Wilhelmshaven

06.09.2019


Video: "Exodus"-Gedenkstele von Nachfahren und Überlebenden eingeweiht


1947 wurden 4500 jüdische Flüchtlinge aus Europa von der britischen Mandatsmacht gestoppt und in Lager nach Emden und Sengwarden gebracht. Eine Stele erinnert daran.


Oberbürgermeister Andreas Wagner und Dr. Cwi Chatkewicz, der als Flüchtlingskind in Wilhelmshaven geboren wurde, enthüllten gemeinsam das Denkmal. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Eine identische Tafel wurde auch in der Admiral-Zimmermann-Kaserne eingeweiht. WZ-Foto: Siefken


Sengwarden
/si - Ein historisches Ereignis: Nachfahren und Überlebende der "Exodus"-Flüchtlinge weihten in Sengwarden eine Stele zur Erinnerung an das Camp ein, in das sie bzw.

ihre Eltern und Großeltern in Sengwarden von der britischen Besatzungsmacht eingewiesen worden waren. Die "Exodus" war ein Schiff, das 4500 jüdische Flüchtlinge aus Europa, die den Holocaust überlebt hatten, 1947 nach Palästina bringen wollte. Die "Exodus" wurde in Haifa von den soldaten der britischen Mandatsmacht über Palästina aufgebracht, die Passagiere wurden trotz Gegenwehr letztlich nach Hamburg in das Land der Mörder ihrer Vorfahren verschickt, zunächst in Lübeck interniert und dann in winterfestere Lager nach Emden und Sengwarden gebracht. Der Vorgang löste weltweiten Protest aus und initiierte die Resolution der Vereinten Nationen vom 9. November 1947, mit der die Gründung des Staates Israel gefordert wurde.

Fotogalerie: Mehr Bilder von der Einweihung.

Die Rund 1800 "displaced persons" in Sengwarden blieben rund zehn Monate, bevor sie sich in Gruppen auf dem Landweg bis Marseille und dann über See endgültig ins dann gegründete Israel auf den Weg machten. In Sengwarden erinnern jetzt eine Stele in der Ortsmitte sowie eine gleiche in der Admiral-Zimmermann-Kaserne an die damaligen Ereignisse. Dr. Cwi Chatkewicz aus Haifa, der als Flüchtlingskind in Wilhelmshaven geboren wurde, ein Arbeitskreis des Sengwarder Heimatvereins, die ev.-luth. Kirchengemeinde, der ehemalige Landesbischof Jan Janssen, der in Sengwarden aufwuchs, Ortsrat und Stadt sowie die ehrenamtlichen Historiker der Gedenkstätte Gröschlerhaus in Jever waren an der Vorbereitung des Besuchs beteiligt.


Weitere Informationen lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" vom Samstag, 6. September.