06.12.2018


So haben Langfinger keine Chance


In der dunklen Jahreszeit treiben Einbrecher gerne ihr Unwesen. Die Polizei gibt deshalb Tipps zum Schutz.


Ein Tresor im Haus bietet sich für Wertsachen an, die öfter gebraucht werden. Der Rest sollte besser in ein Bankschließfach kommen.   DPA-Foto:    Klose

Ein Tresor im Haus bietet sich für Wertsachen an, die öfter gebraucht werden. Der Rest sollte besser in ein Bankschließfach kommen. DPA-Foto: Klose

 

Wilhelmshaven/Friesland/JM - Wie bewahrt man seine Wertsachen am besten auf, um sich vor Einbrechern zu schützen? Und: Gibt es Möglichkeiten der staatlichen Förderung? Um diese Fragen geht es im heutigen Teil der Einbruchsschutzserie der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland und dem Verein zur Förderung kommunaler Prävention (VKP).

„Wertsachen, die offen herumliegen, locken Einbrecher an“, so Katja Reents von der (Kriminal-)polizeilichen Beratungsstelle der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Deshalb sollten sie in Wertbehältern aufbewahrt werden.

Wertbehältnisse müssen mit einem Eigengewicht bis zu 1000 Kilogramm nach Herstellerangaben fest verankert werden. Die Höhe des Versicherungsschutzes ist mit dem Versicherer abzuklären. Dafür stehen geprüfte Einmauerschränke zur Verfügung. Wertsachen, die selten gebraucht werden, gehören in ein Bankschließfach. Bei elektronischen Zahlenkombinationsschlössern kann ein individueller Code eingestellt werden. Dadurch entfällt das Problem einer sicheren Verwahrung des Schlüssels. Wer sich doch für einen Schlüssel entscheidet, sollte diesen niemals zu Hause aufbewahren.

Auch macht es Sinn, Wertsachen individuell und dauerhaft zu kennzeichnen. Zusätzlich sollte man die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste eintragen und Farbfotos anfertigen. Die Polizeidienststellen verfügen über eine Wertsachenliste, die kostenlos abgeholt werden kann. Geldkassetten und undefinierte Blechschränke sind nicht geeignet, um Wertgegenstände aufzubewahren, da diese nicht ausreichend verankert werden können.

In der Internetdatenbank „Securius“ werden sichergestellte Wertgegenstände veröffentlicht, die keinem Eigentümer zugeordnet werden können. Dort können Bürger nach Gegenständen recherchieren, die bei einem Einbruch abhandengekommen sind. Nach einem Eigentumsnachweis erhält man die als Eigentum erkannten Gegenstände zurück.

Wer gerade umbaut oder renoviert, sollte neben der richtigen Wärmedämmung oder dem altersgerechten Umbau auch aufeinander abgestimmte technische Sicherungsmaßnahmen mit einplanen, also einen Einbruchschutz aus einem Guss. Denn in der Regel ist es günstiger, die geeignete Sicherungstechnik sofort einzubauen, als später unter Umständen aufwendig nachzurüsten. Zudem gibt es jetzt auch bundesweit Möglichkeiten der staatlichen Förderung für den Einbau einbruchhemmender Produkte: Seit Juni 2014 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen bestehender KfW-Produkte zur Barriere Reduzierung oder zur energetischen Sanierung auch bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden.

Den Einbau neuer, einbruchhemmender Haus- und Wohnungstüren fördert die KfW im Rahmen ihrer Förderprodukte „Energieeffizient Sanieren“ und „Altersgerecht Umbauen“. Der Einbau oder die Aufarbeitung von Fenstern sowie der nachträgliche Einbau von Rollläden und Fenstergittern wird innerhalb des Produkts „Energieeffizient Sanieren“ gefördert.

Wer das Förderprodukt „Altersgerecht Umbauen“ in Anspruch nimmt, kann sich neben dem Einbau Barriere armer einbruchhemmender Türen auch die Nachrüstung mit selbstverriegelnden Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlössern fördern lassen.

Zusätzlich werden auch der Einbau von verschiedenen Systemen zur Einbruchs- und Überfallmeldung (EMA/ÜMA), Bewegungsmeldern, der nachträgliche Einbau von elektrischen Antriebssystemen bei Rollläden sowie die Beleuchtung des Eingangsbereichs und der Einbau von Türspionen, Türkommunikation und Gegensprechanlagen gefördert. Die KfW-Förderprodukte „Energieeffizient Sanieren“ und „Altersgerecht Umbauen“ können kombiniert werden.

Alle Träger von Investitionsmaßnahmen an selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden und Eigentumswohnungen sowie Ersterwerber von neu Barriere reduzierten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen innerhalb von zwölf Monaten nach Bauabnahme. Für die Energieberatung empfiehlt die KfW die Expertenliste www.energie-effizienz-experten.de. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, mit den Maßnahmen kann nach Rückmeldung der KfW begonnen werden. Nachweise über Errichterunternehmen von mechanischen Sicherungseinrichtungen und von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen sind auf den Polizeidienststellen erhältlich.