Wilhelmshaven

20.10.2019


Der Obdachlosenhilfe droht die Obdachlosigkeit


Kostenlose Lebensmittel, Kleidung, ein warmes Essen und ein offenes Ohr, das gibt es bei der Obdachlosenhilfe. Warum jetzt das Ende droht.


Elke Gozdzik  hat die Obdachlosenhilfe gegründet. Seit einigen Monaten kocht sie dort auch warmes Mittagessen und gibt es kostenlos an Bedürftige aus.   WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Elke Gozdzik hat die Obdachlosenhilfe gegründet. Seit einigen Monaten kocht sie dort auch warmes Mittagessen und gibt es kostenlos an Bedürftige aus. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Von Kristin Hilbinger

Wilhelmshaven - In einem Durchgang zum ehemaligen St. Willehad-Hospital stehen auf einem Tisch Kisten voller Gemüse. Brokkoli, Weißkohl, Champignons, Zwiebeln. Die Ware haben Elke Gozdzik und Josef Liske heute morgen bei Supermärkten in Wilhelmshaven eingesammelt.

Sie werden gleich noch einmal losfahren. Vier Märkte wollen sie noch ansteuern. Das machen sie immer so. Jeden Tag. Sie sammeln Lebensmittel und andere Waren, die von den Märkten aussortiert werden, für Menschen, die gar nichts haben. Elke Gozdzik hat vor fast vier Jahren die Obdachlosenhilfe in Wilhelmshaven gegründet. Jürgen Liske ist einer ihrer ehrenamtlichen Helfer.

 

In Wilhelmshaven sind permanent rund 120 Menschen wohnungslos. Die wenigsten leben tatsächlich auf der Straße, also ohne Obdach. Viele kommen mal hier und mal dort für eine Weile unter. Ein eigenes Zuhause haben sie nicht. Im Stadtbild fallen sie aber auch nicht auf. Elke Gozdzik sagt: „Sie sind eine vergessene Randgruppe der Gesellschaft.“ Die 61-Jährige weiß, wovon sie spricht. Vor vielen Jahren war sie selbst für eine kurze Zeit obdachlos. Es gab damals Menschen, die ihr geholfen haben.

Zu den Obdach- und Wohnungslosen kommen die Menschen, die am absoluten Existenzminimum leben. 12.700 Wilhelmshavener bekommen Grundsicherung vom Jobcenter oder vom Sozialamt. Nicht wenige von denen, die zur Obdachlosenhilfe kommen, haben eine Wohnung. Manchen wurde aber der Strom abgedreht, weil sich Schulden angehäuft haben. Vielleicht auch das Wasser. „Irgendwann ist dann die Wohnung weg. Dann kommen sie zu mir und fragen nach einem Schlafsack“, erzählt Gozdzik.

In der Obdachlosenhilfe gibt sie zusammen mit ihrer Freundin Sieglinde Rother und ehrenamtlichen Helfern Tag für Tag Lebensmittel und Kleidung an Obdachlose und andere Bedürftige aus. Seit zwei Monaten kocht sie aus den gespendeten Lebensmitteln auch Mittagessen. 50 bis 60 Menschen kommen regelmäßig, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen.

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Die Obdachlosenhilfe in der Ansgaristraße (Zugang über die Weserstraße neben dem Parkhaus am Ärztezentrum) ist dienstags bis samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Es werden immer (Kleider-)Spenden benötigt, die zu den Öffnungszeiten dort abgegeben werden können.

 

 


Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der „Wilhelmshavener Zeitung“ von Samstag, 19. Oktober 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.