Wilhelmshaven

10.06.2019


Das ehemalige Marinelazarett: "Das Schloss in der Südstadt"


Die Unfallversicherung Bund und Bahn hat dem ältesten Garnisongebäude der Stadt neues Leben eingehaucht.


Ob militärisch oder zivil, der medizinische Standard war zu Kaisers Zeiten vorbildlich. Foto: WZ-Bilddienst

Ob militärisch oder zivil, der medizinische Standard war zu Kaisers Zeiten vorbildlich. Foto: WZ-Bilddienst

 

Von Colla Schmitz

Papier ist bekanntlich geduldig. Und manch gedrucktes Wort wird deshalb, noch ehe die Tinte getrocknet ist, schon zu Schall und Rauch. Doch einige seltene Sätze sind so schön, so wertvoll, dass sie sogar 125 Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben.

So wie diese Zeilen, die das Magazin „Die Gartenlaube“ im November 1894 über das erst 25 Jahre alte Wilhelmshaven veröffentlichte: „Die Gründung und das Wachstum von Deutschlands jüngster Stadt ist ein Werk von zielbewusster Kühnheit und zugleich ein Beispiel von zäher Ausdauer unter unerhörten Schwierigkeiten, ein Beispiel, welches es wohl verdient, vom deutschen Volke im Gedächtnis behalten zu werden.“

 

 

Paläste ohne Pomp

 

Daran sollte man denken, wenn man in der Weserstraße 47 vor dem ehemaligen Marinelazarett steht. Einem Gebäude, das zu Recht den Titel „Das Schloss in der Südstadt“ trägt und uns Respekt vor der Leistung der Stadtgründer abverlangt. Es ist eines von drei sogenannten Schlössern Wilhelmshavens. Keines war Residenzsitz eines Monarchen. Imposant waren sie jedoch alle.

 

Beim „Weißen Schloss“ handelte es sich um ein Stationsgebäude an der Nordseite der Adalbertstraße. Kaiser Wilhelm II. hatte hier eine Wohnung. Im „Roten Schloss“, einem Geschäftshaus an der Rheinstraße / Ecke Lahnstraße, regierten hingegen Geld und Stadtverwaltung einträchtig nebeneinander. Die erste Geschäftsstelle der Sparkasse Wilhelmshaven war in ihrer Anfangsphase gemeinsam mit dem Rathaus in diesem Prachtbau untergebracht.

 

Doch nur das „Schloss in der Südstadt“ überstand die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs. Wenn auch schwer beschädigt. Heute befindet sich hinter den geschichtsträchtigen Mauern der Hauptstandort der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) und der Arbeitsplatz von Bernhard Schneider. Seit 17 Jahren ist er dort Geschäftsführer: „Zuvor war ich in Berlin im Arbeitsministerium tätig, aber die Position in Wilhelmshaven reizte mich.“

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Samstag, 8. Juni 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.