Wilhelmshaven

07.11.2018


Liebe und Neid in verteufelten Zeiten


Lebensmittelmarken, hohe Arbeitslosigkeit und Städte in Trümmern: Das neue Stück des "Theaters am Meer" macht die Nachkriegszeit lebendig - und schlägt einen Bogen ins Jetzt.


Taline (Dagmar Wehrmann) reizt Heiko (Rune Opitz) bis aufs Blut mit ihrem süßlichen „mien leve Heiko“. Foto: Preuß/P

 

Wilhelmshaven/meh - Es ist das Frühjahr 1946, die Stunde „Null“: Nachkriegsdeutschland ist nicht nur durch Lebensmittelmarken und die Aufteilung in vier alliierte Zonen gekennzeichnet, sondern auch durch riesige Flüchtlingsströme. Allein in Westdeutschland suchen zehn Millionen Menschen Zuflucht.

Wirtschaftsleben ist geprägt durch Schwarzmarkthandel und Schwarzbrennereien. Es gibt nichts zu beißen und nichts zu bieten. Die Arbeitslosigkeit ist riesig, die Städte liegen in Trümmern - Wilhelmshaven ist zu fast 70 Prozent zerstört.

In dieser Zeit spielt „Op Düvels Schuuvkaar“, das am Sonnabend, 10. November, um 20 Uhr die aktuelle Spielzeit des „Theaters am Meer“ einläutet. Im kleinen Schauspielhaus in der Kieler Straße 63 zeigen die Akteure das niederdeutsche Stück von Karl Bunje, das zu den Klassikern der Ohnsorg-Fernsehzeit gehört. Bühnenbaas Arnold Preuß inszeniert den vielgespielten Bühnenhit, der zum vierten Mal auf dem Spielplan des Theaters steht.

Autor Karl Bunje kam 1910 als Siebenjähriger mit seiner Familie von Neuenburg nach Wilhelmshaven. Ab 1920 arbeitete er im Steueramt Rüstringen, später in der Reichsfinanzverwaltung. Seit 1937 konnte er als selbstständiger Autor von den Einnahmen seiner Stücke leben. Über Brake, wo er die dortige Niederdeutsche Bühne gründete, fand er in Oldenburg und Köln seine Heimat.

Das „Theater am Meer“ will die Zeiten mit diesem Klassiker auf humorvolle Weise wieder lebendig werden lassen. „Ich möchte deutlich machen, dass das Stück einen historischen Bezug hat, die Motive der handelnden Personen aber von zeitlosen Gefühlen wie Liebe, Neid und Verleumdung geprägt sind“, sagt Preuß. Weltweit festzustellende Tendenzen nach konservativem Gedankengut machten deutlich, dass der Stoff auch nach über 70 Jahren einen Bezug zur Jetztzeit habe.

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der „Wilhelmshavener Zeitung“ von Mittwoch, 7. November. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.

 

 

 





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