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Sonderthema Hochzeit

27.01.2017


Wie gerade selbst gepflückt


Der Trend geht bei Brautsträußen zum natürlich Look - eben wie frisch von der Wiese.


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Viele Bräute möchten Sträuße, die aussehen wie selbst gepflückt. FOTO: DPA

Spremberg/DPA - Ein kunterbunter Strauß aus Wiesenblumen und Gräsern - das soll ein Brautstrauß sein? Über viele Jahre waren zur Halbkugel arrangierte weiße Rosen oder ein Wasserfall aus Orchideen Klassiker für die Hochzeit. Aktuell aber wollen viele Bräute einen Strauß, der wirkt, als sei er gerade erst nebenan von der Wiese gepflückt worden.


Das wird sich auch in der anstehenden Hochzeitssaison nicht ändern. Die Themen für 2017 sind Natürlichkeit, schlichte Eleganz und Nachhaltigkeit. Gefragt ist alles, was lieblich und natürlich aussieht. Diese Trendaussagen bedeuten im Detail:
"Ungestylt"  nennen Floristen diesen natürlichen Wiesen-Stil. Die Sträuße werden nun eher groß und locker gebunden statt wie früher fest und kompakt. Doch von XXL-Sträußen ist abzuraten, die lenken dann doch zu sehr vom Brautkleid ab.
Besonders beliebt sind Wiesenblumen, oft kombiniert mit Gräsern. Aber es gibt nicht die eine Trend-Blume. Es gibt einfach keine No-Gos mehr. Selbst Lilien, die klassischen Trauerblumen, werden inzwischen genommen. Die beliebteste Blume für den Brautstrauß ist allerdings nach wie vor die Rose. Auch große Blüten etwa von Pfingstrosen und Hortensien sind beliebt. Ausgefallene Blumen sind hingegen wenig nachgefragt, genauso wie im Moment Gerbera.
Ebenfalls sehr breit gefächert ist die Palette der gewünschten Blütenfarben. Wie bei der Hochzeitsdekoration generell werden viel mehr Farbvarianten genutzt als früher. Besonders beliebt sind zurzeit Rosa, Weiß und Violett. Gold- und Bronzetöne kommen aber immer mehr in Mode.
Wichtig für viele Brautpaare und somit öfter hinterfragt ist auch die Herkunft der Schnittblumen.  Gewünscht werden immer mehr  regionale Produkte als exotische Pflanzen. Auch auf zur Jahreszeit passende Gewächse wird stärker geachtet. So dürfen es im Frühjahr dann oft Pfingstrosen oder Ranunkeln sein, im Sommer zum Beispiel Rosen und Schleierkraut.
Hauptkriterium für die Wahl des Brautstraußes ist aber nach wie vor die Braut selbst - was für ein Typ ist sie? Dann kommen Brautkleid mit Schnitt und Farbe, Make-up und Schmuck als Auswahlkriterien hinzu. Und dann noch gegebenenfalls die Frage nach Lieblingsblumen.
Generell geht der Trend zu mehr Blumenschmuck: Zu Brautstrauß und dazu passendem Anstecker für den Bräutigam gesellen sich nicht nur Tisch- und Brautauto-Schmuck, sondern etwa auch die passenden Gestecke für die Erinnerungsfoto-Ecke. Sehr beliebt ist nach Erfahrung der Experten zudem Blumenschmuck im Haar der Braut, sogar große Blütenkronen werden nachgefragt.
Welche Blumen in welcher Farbe es sein sollen und wie sie gebunden werden, ist nach Ansicht der Experten heute eine viel individueller beantwortete Frage als früher. Eine große Zahl an Brautpaaren, so berichten die Experten, wollen ein ganzheitliches Konzept für ihre Hochzeit, das sich von der Einladung über die Location, die Kirchen- und Tischdekoration bis hin zum Outfit durchziehen kann. Egal ob Vintage, Barock oder ein Motto wie «Alles in Rot und Weiß»: Der Brautstrauß muss dazu passen.
Der Brautstrauß selbst macht vom gesamten Blumenbudget nur noch einen kleinen Teil aus und ist durch den oft geringeren Aufwand beim Binden eher günstiger geworden als früher. Wegzudenken ist er deshalb aber noch lange nicht.