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Digital, Sonderthema Hochzeit

26.05.2015


Internet-Nutzer fordern #Ehefüralle


Nach dem irischen Votum für die gleichgeschlechtliche Ehe werden auch in Deutschland die Stimmen für eine solche Regelung lauter. Twitter-Nutzer sprachen sich am Dienstag mit dem Hashtag #EhefürAlle für die Gleichberechtigung homosexueller Paare aus.


Der konservative Flügel in der Union stellt noch immer sich quer bei Ehe zwischen zwei Menschen des gleichen Geschlechts. Foto: Foto: Michael Reichel

Von Matthias Schwarzer und dpa

Nach dem irischen Votum für die gleichgeschlechtliche Ehe werden die Stimmen in Deutschland für eine solche Regelung immer lauter. Seit Dienstag diskutieren Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #Ehefüralle über das Thema. Sie fordern Gleichberechtigung für homosexuelle Paare und üben deutliche Kritik an der konservativen Einstellung der Bundesregierung.

Am Morgen forderte der SPD-Vorsitzende Nils Schmid ein Referendum in Deutschland. «Das Volk soll auch in Deutschland über die Öffnung der Ehe entscheiden können.» Schmid sprach sich für gleiche Rechte für Homosexuelle aus. «Meine persönliche Haltung ist klar: Es gibt keine Liebe erster und zweiter Klasse», sagte er. «Was meine Frau und ich teilen, will ich auch anderen nicht verweigern.» Schmid ist Finanz- und Wirtschaftsminister der grün-roten Landesregierung.

Der CDU-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Daniel Günther, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Ich wünsche mir und werbe dafür, dass wir diese Gleichstellung auch in Deutschland schnell erreichen. Meine Wahrnehmung ist, dass die Zustimmung in der Bevölkerung für diesen Schritt sehr hoch ist.»

Der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann sagte: «Es gibt all denen Aufwind, die schon länger dafür sind.» Der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernd Fabritius sagte dem «Münchner Merkur»: «Auch in unserer Partei schärft sich das Verständnis für gesellschaftliche Realitäten.»

Dagegen warnte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, im WDR: «Bei uns ist eine andere Diskussionsgrundlage, jedes Land entscheidet für sich selbst.» CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte der dpa: «Das Referendum in Irland wird in Deutschland aufmerksam wahrgenommen und diskutiert - auch in der CDU. Wir haben im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbart, rechtliche Regelungen zu beseitigen, die gleichgeschlechtliche Paare schlechter stellen. Das werden wir umsetzen.»

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es, bestehende Diskriminierungen sollten beendet werden. Mit weitergehenden Vorstellungen hatte sich die SPD aber nicht durchsetzen können. So lehnt die Union die Ehe und ein uneingeschränktes Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ab. Das Justizministerium will die rechtliche Gleichstellung von Lebensgemeinschaften schwuler und lesbischer Paare mit der Ehe nun überwiegend im gesetzlichen Wortlaut fördern. Dafür bringt Justizminister Heiko Maas (SPD) an diesem Mittwoch einen Entwurf ins Kabinett ein.

Die Grünen forderten die Aufhebung des Fraktionszwangs bei einer Abstimmung über die völlige Gleichstellung von Homosexuellen. Auch CSU-Mann Fabritius warb für eine Abstimmung ohne Fraktionszwang und plädierte dafür, die staatliche Ehe und das Sakrament der kirchlichen Ehe getrennt zu sehen: «Beste Eltern - das können im Einzelfall auch gleichgeschlechtliche Paare sein.»






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