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Gestern und Heute 29.04.2013


Von Bunkern und Eisbomben im Wangerooger "Café Pudding"


Das Café Pudding auf Wangerooge heute. WZ-FOTO: Knothe

Auf der ehemaligen Dünenbake am Ende der Zedeliusstraße wurde im Krieg ein Bunker gebaut, auf dem sich das Café Pudding später gründete. FOTO: Inselarchiv Oetken

Wer einmal auf Wangerooge war, kennt das Café Pudding. Es thront auf einer hohen Düne.


Von Jürgen Peters

 

Wangerooge - Eines der markantesten und über Wangerooge hinaus bekanntesten Gebäude der Insel ist das legendäre „Café Pudding“ mit seinem herrlichen Rundblick von hoher Warte über den Strand.

Es besteht jetzt 64 Jahre.

 

Doch die Stelle, an der es jetzt steht, hatte schon vorher eine Bedeutung für die Insel. Aus dem Jahr 1859 ist bekannt, dass 500 Meter nördlich vom Leuchtturm eine Dünenbake als Zeichen für die Küstenschifffahrt errichtet wurde. 1914, zu Anfang des Ersten Weltkrieges, wurde sie abgebrochen.  Diese Düne am Ende der Zedeliusstraße war aber nicht nur für die Seefahrt, sondern auch für die Insulaner und ihre Gäste eine wichtige Anlaufmarke.

 

Wer sich die Füße vertreten wollte, lief die Straße hinauf, umrundete die Düne, ließ sich dort den Wind um die Nase wehen und kehrte zurück. „Ich geh mal um den Pudding“, sagt der Oldenburger Landsmann, wenn er nur mal um den Häuserblock spaziert, um Luft zu schöpfen. In diesem Sinne bürgerte sich die Bezeichnung Pudding für die Düne ein.

 

Man konnte die Düne auch erklimmen. Schmale Treppen auf der Nord- und Südseite führten hinauf. Später wurde die ebene Fläche oben gepflastert, und man stellte Bänke auf. Auf einer Metallplatte konnte man lesen, in welcher Richtung Helgoland, der Rote-Sand-Leuchtturm und die Feuerschiffe in den Flussmündungen zu erspähen waren.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde auf dem „Pudding“ ein Bunker gebaut. Wangerooge war ein wichtiger militärischer Vorposten für den Schutz des Kriegshafens Wilhelmshaven. Oben auf dem Bunker war eine „Funkschüssel“ montiert. Nach dem Krieg baute man das Funkmessgerät wieder ab, doch der Bunker thronte weiterhin oben auf der Düne.

 

Die Bäckerfamilie Folkerts entdeckte sein Potenzial. Sie pachtete ihn und entmilitarisierte ihn, wie ihr die englische Militärverwaltung geheißen hatte. Sie machte aus dem Trutz-Klotz einen Eis- und Kuchenkiosk. 1948 installierten sie in ihm ihre Eismaschine.

 

Und schnell reiften die Pläne, auf der Düne ein Café zu errichten. Im Winter 1948/49 wurde der Plan Wirklichkeit. Am 4. Juni 1949 wurde das „Café Pudding“ eröffnet. Einige Jahre später konnte die Familie Folkerts das Grundstück erwerben. Im Winter 1971/72 baute sie den „Pudding“ um. Die Terrasse, die bei schönem Wetter immer sehr gut besucht war, musste einem festen Dach weichen, das den Herbst- und Winterstürmen besser standhalten konnte. Der Durchmesser des Gebäudes wuchs um acht Meter.

 

Im Bereich des alten Bunkers ist heute das Büfett. Folkerts verpachteten ihre Bäckerei in der Zedeliusstraße und eröffneten stattdessen eine moderne Konditorei in der Peterstraße. Von hier beliefern sie seitdem das Café Pudding mit Torten und Gebäck.





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