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Gestern und Heute 25.02.2013


Vom Armen- zum Krankenhaus


Das  Sophienstift  in den 30er-   Jahren von der Prinzenallee aus betrachtet.        FOTO:    WZ-Bilddienst

Das Sophienstift in den 30er-Jahren von der Prinzenallee aus betrachtet. FOTO: WZ-Bilddienst

Das Sophienstift ist heute eine Seniorenwohn- und  Pflegeeinrichtung .      FOTO:    Privat

Das Sophienstift ist heute eine Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtung . FOTO: Privat

Die Schwägerin der Zarin veranlasste die Gründung eines Armen- und Arbeitshauses, aus dem das wurde.


 

 

Von Wolfgang Niemann

Jever - In die Tausende dürfte die Zahl der Zeitgenossen gehen, die als Geburtsort Jever angeben und hier ganz speziell das Sophienstift mitten in der Marienstadt meinen.

Tatsächlich war diese Einrichtung vor allem für seine geburtshilfliche Abteilung weit über das Jeverland hinaus bekannt, und die letzte größere Neuerung war die 1998 geschaffene Möglichkeit von Wassergeburten.

Doch die Zeiten sind vergangen, und als der Landkreis Friesland als Träger 2006 den Klinikbetrieb mit zuletzt 48 Betten einstellte, endete damit eine 144-jährige Geschichte als Krankenhaus. Bereits 1996 wurde das Obergeschoss zur Altenpflegeeinrichtung umgewandelt und nach dem Übergang an die Stiftung Blankenburg, Bezirksverband Oldenburg, sowie die Firma Einsiedel & Partner, Oldenburg bietet das Sophien-stift im Hochparterre Betreutes Wohnen, während der übrige Bereich vollstationäre und Kurzzeitpflege vorhält.

Das Sophienstift erhielt seinen Namen 1866 vom Großherzog von Oldenburg verliehen, nachdem es bereits vier Jahre als Krankenhaus gedient hatte. Der Anfang des Hauses aber liegt noch gut 60 Jahre früher und geht auf die Namenspatronin zurück. Zur Zeit der sogenannten ersten „russischen Zeit“ von 1793 bis 1806 fungierte Friederike Auguste Sophie (1744 - 1827), Fürstin von Anhalt-Zerbst, als Landesadministratorin des Jeverlandes.

Die Schwägerin der russischen Zarin Katharina der Großen verwaltete die kleine Herrschaft von ihrem Witwensitz in Coswig aus und setzte sich sehr für deren Bürger ein. Dazu gehörte auch, dass sie in den Jahren 1803/04 auf dem Gelände des Kleinen Herrengartens ein Armen- und Arbeitshaus errichten ließ. 1862 wurde diese Armenanstalt schließlich in ein Krankenhaus umgewandelt und erweitert und 1866 kam es dann zu der noch heute geltenden Namensgebung nach der einstigen Gründerin.