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Gestern und Heute 25.02.2013


Das Spritzenhaus neben der Stadtkirche


Die  Feuerwehr  1933  vor dem ehemaligen Bürgerhaus.   FOTO:    Privat

Die Feuerwehr 1933 vor dem ehemaligen Bürgerhaus. FOTO: Privat

Das Gebäude neben dem Rathaus am Kirchplatz diente der Freiwilligen Feuerwehr Jever bis 1983 als Spritzenhaus. Noch heute sieht man den charakteristischen Schlauchturm.


 

 

Jever/ho - Neben dem Rathaus am Kirchplatz in Jever stand bis 1938 ein Wohnhaus mit der Hausnummer 12. Dieses Haus hatte die Stadt Jever schon einige Jahre zuvor erworben, um hier ein Feuerwehrgerätehaus zu errichten.

Das Haus war über 200 Jahre alt, baufällig und hätte erneuert werden müssen.

Aus diesem Grunde stellte die Stadt Jever beim Amtshauptmann in Jever den Antrag, das Gebäude abzubrechen. Im Bauschein Nr. 318/38 des Amtshauptmanns ist zu lesen, „?dass die in diesem Gebäude wohnenden Familien von Ihnen anderweitig untergebracht werden?“ Aus volkswirtschaftlichen Gründen spreche nichts gegen einen Ersatzbau.

Im Bauantrag der Stadt Jever heißt es zur Begründung der Baumaßnahme, dass die bisherige Unterbringung der Geräte in der Stadt sehr mangelhaft und für die Einsatzfähigkeit der Feuerlösch-Polizei keine Gewähr gegeben sei.

Weiter heißt es: „Ich beabsichtige daher, das alte Gebäude, welches nicht verwendungsfähig ist, abzubrechen und den erforderlichen Gerätehausneubau vorzunehmen. Auch ein längeres Wohnenbleiben von Familien in diesem Hause ist ohne Aufwand von wesentlichen Mitteln nicht möglich.“

Der Zweckbau mit dem noch heute sichtbaren charakteristischen Schlauchturm musste allerdings „erkämpft“ werden. Hintergrund waren die Hinweise in mehreren Schreiben des Bürgermeisters auf die Nähe des Kriegshafens Wilhelmshavens und die unmittelbare Nachbarschaft zum Flugplatz Upjever. Beides könnten Einsatzorte der Feuerwehr Jever werden, die dafür sowohl baulich als auch technisch nicht ausgerüstet sei. Hinzu kam das Feilschen um die Zuteilung von „Eisen“ für das zu errichtende Gebäude mit der Eisenverteilungsstelle für Gemeinden und Gemeindeverbände in Berlin, auch zum Zweck des Einbaus einer Heizung in das zu errichtende Gebäude. Das wurde schließlich 1939 errichtet und diente bis 1983 als Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Jever.

Doch schon in den 70er Jahren zeigte sich, dass das Gebäude nicht mehr den Anforderungen der Zeit genügte. Im Jahr 1982 entschied sich der Rat der Stadt Jever für den Neubau eines Gerätehauses an der Milchstraße, das ein Jahr später eingeweiht wurde.

Es dauerte noch bis Ende der 80er Jahre, bis sich der Rat für eine neue Verwendung aussprach. In dem Gebäude sollte ein Ratssaal entstehen, da im Rathaus mit dem Renaissance-Giebel nur ein kleiner Saal zur Verfügung stand. Architekt Friedrich C. Meyer übernahm unter Mithilfe des Statikers Egon Hohn die schwierige Aufgabe, hier einen Saal zu schaffen, der den Ansprüchen des Rates entsprach. Dabei blieb der Weinhausgang, der den Kirchplatz mit der Großen Burgstraße verbindet, erhalten.

Quellenangabe: Der Verfasser und Dokumentationen der Freiwilligen Feuerwehr Jever.