Wilhelmshaven

06.11.2014


Willehad: Frische Luft, Licht und moderne Medizin


Mit 99 Betten und acht Krankenschwestern begann vor 109 Jahren die Geschichte des katholischen Krankenhauses. Morgen verlassen die letzten Patienten das Haus.


Das Karree des St.-Willehad -Hospitals aus der Vogelperspektive: Links das Bettenhaus an der Ansgari­straße, rechts  unten der Trakt an der Weserstraße. Am oberen Rand ist   das runde Dach des Gesundheitszentrums zu sehen,  rechts davon der Gebäudetrakt an der Luisenstraße, links die älteren Gebäude an der Rheinstraße.     WZ-FOTO:    Lübbe

Das Karree des St.-Willehad -Hospitals aus der Vogelperspektive: Links das Bettenhaus an der Ansgari­straße, rechts unten der Trakt an der Weserstraße. Am oberen Rand ist das runde Dach des Gesundheitszentrums zu sehen, rechts davon der Gebäudetrakt an der Luisenstraße, links die älteren Gebäude an der Rheinstraße. WZ-FOTO: Lübbe

Wilhelmshaven/GB - „Das St.-Willehad-Hospital blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und hat sich bis heute zu einem modernen, zukunftsorientierten Dienstleistungsunternehmen des regionalen Gesundheitswesens entwickelt.“ So beschrieb sich das katholische Krankenhaus selbst, als es im April 2010 Baumaßnahmen zum damals noch geplanten Umbau und Anbau der Intensivpflege und des OP-Bereichs ausschrieb.

Damals hatte das Haus 170 Betten, rund 400 Mitarbeiter und versorgte nach eigenen Angaben rund 15 500 Patienten pro Jahr.

Jetzt, viereinhalb Jahre später, ist das St.-Willehad-Hospital vom Reinhard-Nieter-Krankenhaus übernommen und damit selbst Geschichte geworden. Morgen verlassen die letzten Patienten das Haus - 109 Jahre, nachdem die ersten Kranken aufgenommen wurden. Und fast auf den Tag genau 114 Jahre, nachdem die ersten Ordensschwestern aus Münster-St. Mauritz zur Krankenpflege nach Wilhelmshaven gekommen waren, die den Geist des Krankenhauses prägten.

Modernsten baulichen, hygienischen und medizinischen Ansprüchen sollte das Krankenhaus genügen, das am 9. August 1905 eingeweiht wurde und das nicht nur dem damals wachsenden katholischen Teil der Bevölkerung im Jadegebiet zur Verfügung stehen sollte. Das hatte der im Vorjahr gegründete Verein St. Willehad-Hospital in seinen Statuten festgelegt. Noch bevor der Eintrag ins Vereinsregister bestätigt war, hatte Anfang Januar 1904 der Vorstand bei der Königlichen Regierung in Aurich den Antrag auf Baugenehmigung für das Krankenhaus gestellt. Im Juni wurde mit dem Bau begonnen.

99 Betten hatte das Haus. Licht, Luft und Sonne sollten zur Heilung der Kranken beitragen. Die Krankenstationen mit vier Meter hohen Räumen und breiten Fenstern waren an der Südseite in drei Stockwerken untergebracht, während einige kleinere Krankenzimmer und die Nebenräume - Behandlungszimmer, Stationsküchen, Bäder und Toiletten - in einem nordöstlichen schmaleren Flügel angelegt wurden. Festangestellte Ärzte gab es noch nicht. Die Patienten wurden von niedergelassenen Ärzten behandelt. Die Anstellung von Dr. Johann Baptist Hain als Chefarzt der Inneren und Röntgenabteilung 1930 galt als Durchbruch zum Fachkrankenhaus mit der Aufgliederung nach Fachabteilungen und fest angestellten Abteilungsärzten. Damals hatte das Krankenhaus gerade eine drastische Erweiterung auf 145 Betten hinter sich.

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