Wilhelmshaven

09.11.2011


Stadtgeschichte mit wichtigen Daten soll ans Licht kommen


Erstes Thema der neuen Arbeitsgemeinschaft "Stadtforschung" ist die Sturmflut von 1962. Es werden noch Zeitzeugen gesucht.


Stellten ihre Planung vor: Dr. Stephan Huck (Marinemuseum), Dr. Juliana Köhler (Wattenmeerhaus),Christina Heide (Volkshochschule),  Prof. Dr. André Freiwald und Dr. Lydia Beuck (Senckenberg-Institut), Ulrich Räcker-Wellnitz (Stadtarchiv), Tanja Kwiatkowski (Küstenmuseum) und  Frank Morgenstern (Christus- und Garnisonkirche).   WZ-FOTO:    Knothe

Stellten ihre Planung vor: Dr. Stephan Huck (Marinemuseum), Dr. Juliana Köhler (Wattenmeerhaus),Christina Heide (Volkshochschule), Prof. Dr. André Freiwald und Dr. Lydia Beuck (Senckenberg-Institut), Ulrich Räcker-Wellnitz (Stadtarchiv), Tanja Kwiatkowski (Küstenmuseum) und Frank Morgenstern (Christus- und Garnisonkirche). WZ-FOTO: Knothe

 

Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven - Bisher sei es eher Zufall gewesen, ob und in welchem Rahmen historische Ereignisse in Erinnerung gerufen wurden, räumte Tanja Kwiatkowski , wissenschaftliche Leiterin des Küstenmuseums ein, als sich gestern die Arbeitsgemeinschaft „Stadtforschung“ der Öffentlichkeit vorstellte.

 

Auf Betreiben der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit (WTF) haben sich Küstenmuseum, Stadtarchiv und Volkshochschule, inzwischen verstärkt von Marinemuseum, Wattenmeerhaus, Senckenberg-Institut, Christus- und Garnisonkirche und dem Verein für Wilhelmshavner Verkehrsgeschichte, zusammengeschlossen, um denkwürdige Daten ans Licht zu fördern.

Den Auftakt soll im kommenden Jahr die Erinnerung an die Sturmflut geben, die in der Katastrophennacht des 16. Februar 1962 ihren Höhepunkt fand. Wilhelmshaven sei zwar damals glimpflich davon gekommen, so Christina Heide (Volkshochschule). Gleichwohl werden Zeitzeugen gesucht, die Berichte, Fotos oder Filmmaterial von den Auswirkungen der Sturmflut an der Jade verdeutlichen. Zentraler Ansprechpartner ist Ulrich Räcker-Wellnitz vom Stadtarchiv, Tel. 16 14 43. Wie Sturmfluten entstehen und die Küste veränderten, darum könnte es in Vortragsveranstaltungen der VHS gehen.

Das Marinemuseum will Helmut Schmidt in den Blick nehmen, der sich in Hamburg erstmals als Krisenmanager einen Namen machte, aber auch die Rolle der Bundeswehr damals und später im wiedervereinigten Deutschland bei der Oderflut beleuchten. Das Senckenberg-Institut wird geologische Einblicke in die Bildung von Sturmfluten vermitteln und Fotos vom Nassauhafen zeigen. Das Wattenmeerhaus lockt mit Labor-Experimenten zu der Dynamik von Sturmfluten und ihrem Einfluss auf Tiere und Pflanzen und wird sein Kooperationsprojekt mit dem Küstenmuseum für Schulklassen auf Erwachsene ausdehnen.

Der historische Bus der Verkehrsgeschichtler bietet eine Stadtrundfahrt zu Flutmarken und Sturmflutkirchen als touristische Attraktion an. Und die Christus- und Garnisonkirche verlegt einen „Passionspunkt“ in das vom Abbruch bedrohte Haus am Fliegerdeich 1, wo gestern auch das Programm vorgestellt wurde.