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Blick in die Welt

30.01.2018


Kosten-Explosion bei der "Gorch Fock"


Die Werft hat einen finanziellen Mehrbedarf angemeldet. Eine Bestätigung für die Höhe der Mehrkosten von über 100 Millionen Euro gibt es nicht.


Die „Gorch Fock“ gilt als Deutschlands „Botschafterin auf den Weltmeeren“. Explodierende Reparaturkosten werfen die Frage auf , ob  und wann das  Segelschulschiff der Deutschen Marine wieder in See stechen wird.     DPA-Archiv-Foto:     Rehder

Die "Gorch Fock" gilt als Deutschlands "Botschafterin auf den Weltmeeren". Explodierende Reparaturkosten werfen die Frage auf, ob und wann das Segelschulschiff der Deutschen Marine wieder in See stechen wird. DPA-Archiv-Foto: Rehder

 

Von Michael Halama

Rostock/Kiel - Die Instandsetzungsarbeiten am Segelschulschiff der Deutschen Marine werden wohl noch viel teurer als zuletzt angenommen: Statt der bereits bekannten 75 Millionen Euro wird hinter vorgehaltener Hand inzwischen von über 100 Millionen Euro gemunkelt.

„Nach der hundertprozentigen schiffbaulichen Untersuchung hat die Werft nun einen finanziellen Mehrbedarf für die Arbeiten angemeldet. Dieser wird von der Bundeswehr derzeit geprüft“, bestätigte ein Marinesprecher gestern auf Anfrage der „Wilhelmshavener Zeitung“. Prüfung und Entscheidung liegen demnach nicht in den Händen der Marine.

Zur Höhe der Nachforderung für notwendige Sanierungsarbeiten machte der Sprecher keine Angaben. Ende 2016 war die Marine noch von Instandsetzungskosten in Höhe von 35 Millionen Euro ausgegangen, nach der intensiven Befundung war dann die Rede von 75 Millionen.

Ursprünglich ging es bei der Werftliegezeit um das Stevenrohr, notwendige Überholungen von Motoren und Anlagen, Sicherheitschecks und Konservierungsarbeiten. An der 1958 bei Blohm + Voss in Hamburg gebauten „Gorch Fock“ wird nun im Dock der Bredo-Werft jedoch fast alles runderneuert: So werden 80 Prozent der Außenhaut des Rumpfes, das Teakholzdeck, die drei Masten, die Rahen und das Kartenhaus erneuert.