Wilhelmshaven

06.02.2018


Klimawandel bringt Artengemeinschaft im Wattenmeer durcheinander


Über 100 Autoren arbeiteten für den Status-Report des Trilateralen Wattenmeer-Sekretariates in Wilhelmshaven zusammen.


Nonnengänse legen auf ihrer langen Reise in die Winterquartiere regelmäßig einen Zwischenstopp im Wattenmeer ein, um Energie aufzutanken. DPA   -Foto:    Runge

Nonnengänse legen auf ihrer langen Reise in die Winterquartiere regelmäßig einen Zwischenstopp im Wattenmeer ein, um Energie aufzutanken. DPA-Foto: Runge

 

Von Martin Wein
Wilhelmshaven - Der fortschreitende Klimawandel bringt im Wattenmeer die Zusammensetzung der Artengemeinschaft zunehmend durcheinander. Zu dem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Trilateralen Wattenmeer-Sekretariates in Wilhelmshaven.

Für ihren Status-Report zum Zustand des besonders artenreichen Nordsee-Flachmeeres haben die 100 Autoren alle verfügbaren Studien ausgewertet. Es ist die erste derartige Bestandsaufnahme seit 2009.

Wie der Report dokumentiert, ist die Wassertemperatur an der Marsdiep Station zwischen Den Helder und Texel in den Niederlanden in den 35 Jahren von 1980 und 2015 um durchschnittlich 1,5 Grad Celsius gestiegen. 2014 war in dem Zeitraum das wärmste Jahr mit einer Durchschnittstemperatur von 12,5 Grad.

„Diese Erwärmung ist signifikant, zumal sie sich im flachen Wasser der Watten noch deutlich stärker auswirkt als im freien Meer, wo das Tiefenwasser sich langsamer erwärmt“, erklärt Rüdiger Strempel, der Exekutivsekretär des gemeinsamen Sekretariats der drei Nordsee-Anrainerstaaten Deutschland, Niederlande und Dänemark.

Vor allem Fische und Vögel reagieren auf das messbar wärmere Nordseewasser und die nahezu frostfreien Winter. Besonders signifikant sind die Rückgänge bei den Plattfischen. So finden Forscher vor allem immer weniger Jungtiere der Kliesche oder Eisflunder am Wattboden. Auch Scholle und Seezunge reagieren negativ. „Dabei ist noch unklar, welchen Anteil die Erwärmung hat und welchen die Fischerei“, erklärt Pressesprecherin Anika Bostelmann.