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Wilhelmshaven

29.01.2018


Die Pazifische Auster liebt das Wattenmeer


Dr. Achim Wehrmann vom Senckenberg-Institut untersucht invasive Arten in der Nordsee. Notwendig wäre eine engmaschige Überwachung. Doch dafür gibt es kein Geld.


Die Pazifische Auster bildet im Nordsee-Wattenmeer Riffe. Diese könnten weiteren invasiven Arten idealen Lebensraum bieten und so den Lebensraum Nordsee gravierend verändern.    Foto:    Wehrmann/Senckenberg

Die Pazifische Auster bildet im Nordsee-Wattenmeer Riffe. Diese könnten weiteren invasiven Arten idealen Lebensraum bieten und so den Lebensraum Nordsee gravierend verändern. Foto: Wehrmann/Senckenberg

 

Von Hartmut Siefken

Wilhelmshaven - Das Leben in der Nordsee verändert sich. Dafür sind klimatische, teils auch geologische Prozesse verantwortlich, aber auch der Mensch mit seiner Schifffahrt und seinen Küstenbauten.

Jede siebte Art in der Nordsee ist irgendwann einmal eingeschleppt worden, wie vor 20 Jahren die aus Aquakulturen vor Sylt entwichene Pazifische Auster oder die amerikanische Schwertmuschel. Umgekehrt bringt ein europäischer „Export“ vor Nordamerika das biologische Gleichgewicht durcheinander; die Strandkrabbe gehört dort nicht hin.

Die erste fremde Art schleppten die Wikinger Ende des 10. Jahrhunderts ein - die Sandklaffmuschel. Seit es den Suezkanal und den Panamakanal gibt und Handelsschiffe auf ihrer Reise nicht mehr durch verschiedene Klimazonen fahren, die als Barriere wirken, ist die Gefahr der Invasion fremder Arten deutlich größer geworden. Seit neuestem ist man deshalb international übereingekommen, Ballastwasser vor dem Auslassen zu behandeln.

„Wenn wir nicht aufpassen“, sagt Dr. Achim Wehrmann von Senckenberg am Meer, „kann es auch hier passieren, dass sich eine invasive Art massiv ausbreitet und Schaden anrichtet.“ Er und andere Wissenschaftler hätten Behörden und Politik deshalb vorgeschlagen, bestimmte Hotspots, an denen am ehesten eine fremde Besiedlung zu erwarten ist, regelmäßig zu beproben, damit man früh intervenieren kann. Denn nur dann habe man noch die Chance, die Ausbreitung zu verhindern. Die Überwachung der Küstengewässer kostet jährlich rund 100.000 Euro, so die Schätzung der Wissenschaftler - wenig im Vergleich zum biologischen und wirtschaftlichen Schaden, der durch Unterlassung entstehen könnte.


Dienstag, 30. Januar, 19 Uhr, berichtet Dr. Achim Wehrmann im Wattenmeer-Besucherzentrum, Südstrand 110 b, über ein Einwanderungsproblem in der Natur: „Wie global wird die Nordsee? -- Invasive Arten und ihre Folgen“. Damit setzt Wehrmann die Vortragsreihe von Wissenschaftlern des Meeresforschungsinstituts Senckenberg am Meer fort, die im November vergangenen Jahres begonnen hat. Ein letzter Vortrag findet am 27. Februar statt. Dann berichtet Dr. Burghard Flemming über die Wanderungsbewegung der Ostfriesischen Inseln.  Die Vorträge stehen im Zusammenhang mit einer Ausstellung über die „Schönheit im Verborgenen - Mikrokosmos Ozean“ im Wattenmeer-Besucherzentrum aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der naturforschenden Senckenberg-Gesellschaft und zum 90-jährigen Bestehen von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven.


Lesen Sie den vollständigen Artikel in der "Wilhelmshavener Zeitung"
Digitale Ausgabe: WZ vom 29.01.2018
Kurzbeschreibung:

Gesundheitsministerin Carola Reimann zu Gast beim Neujahrsempfang der Ärzte +++ Bürgerverein Jever hat neuen Vorstand gewählt +++ TuS Obenstrohe gewinnt Hallenfußballturnier um Klinker-Cup
Seitenzahl: 28
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