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Zukunft im Süden - 14.09.2017


Ein gutes Plätzchen in der Südstadt gefunden


In der Rheinstraße 168 hat sich ein Transportunternehmen und Secondhandgeschäft niedergelassen. Foto: Heimann

Die ersten Möbel stehen schon in der EcoKultur Rheinstraße 96. Foto: Heimann

Die Wilhelmshavener Südstadt erfährt zurzeit guten Zulauf. Junge Unternehmen erfreuen sich an relativ günstigen Mieten und einer Nachbarschaft mit Charme.


 

Von Juliane Heimann

Südstadt - Dazu , dass sich die Wilhelmshavener Südstadt bei Jungunternehmern großer Beliebtheit erfreut, trägt das Projekt Plug&Work einen großen Teil bei: Dieses Jahr werden über Plug&Work fünf neue Unternehmen angesiedelt und darüber hinaus beim Geschäftsaufbau unterstützt.

So füllen sich nach und nach die vormals leeren Schaufenster.

In der Rheinstraße 96 ist demnächst EcoKultur zu finden. Der Inhaber Matthias Scheibe berät Unternehmen hinsichtlich Verbesserungsmöglichkeiten ihres betrieblichen Umweltmanagements. So sollen seine Kunden nicht nur ihre finanziellen Ressourcen auf lange Sicht schonen, sondern auch die Umwelt.

Ein alter Hase im Geschäft ist Frank Barinski, Transportunternehmer und Umzugshelfer. Neu ist nur das im September 2017 eröffnete Geschäft in der Rheinstraße 168. Hier nimmt seine Lebensgefährtin Transportaufträge entgegen und verkauft gebrauchte Gegenstände, die bei Entrümpelungen sich als zu schade zum Wegwerfen erwiesen. Wer günstig Möbel, Spielzeug und allerlei mehr erwerben möchte, ist hier genau richtig.

Wer hier nicht fündig wird, kann ab Oktober gleich eine Tür weiter gehen. Denn in der Rheinstraße 170 wird die Flohmarkt-Stube von Birgit Geier eröffnen. Eine Besonderheit in ihrem Sortiment wird Indianerschmuck sein, für den sie ein besonderes Faible hat. Nach vielen Jahren auf Flohmärkten und Online-Verkaufsplattformen macht sie sich nun den Traum vom eigenen Geschäft wahr. Genug Tüdelkram und Praktisches hat sie angesammelt, daheim platzen die Schränke aus allen Nähten und so freut sie sich nun auf das Einrichten der Regale und dann natürlich auf die Kundschaft. Die Rheinstraße lädt ein zum Stöbern und Finden.

Danach kann man gemütlich einkehren im „Freiblock“ in der Marienstraße/Ecke Kurze Straße. Die ehemalige Konditorei Beckmann wird nun umgebaut in ein modernes Café mit Räumlichkeiten zum Spielen und Arbeiten. Der Eigentümer Wolfgang Leidenfrost hat den dafür nötigen umfangreichen Baumaßnahmen zugestimmt und seine Handwerker geben ihr Bestes, um den sportlich gesteckten Eröffnungstermin im Oktober einhalten zu können.

Die sechs Studenten, die den Wunsch vieler Studierenden eines Treffpunkts in der Südstadt nun umsetzen, packen beim Umbau selbst mit an. Ein Tresen muss gebaut, sonstiges Mobiliar organisiert werden. So nutzen sie die freie Zeit ihrer Semesterferien.

Eine weitere Plug&Work-Gewinnerin ist Ute Willerts, sie wartet noch auf die Räumlichkeiten für ihre Praxis. Sie möchte in das Gesundheitszentrum in der Luisenstraße einziehen. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer laufen noch. Sie kommt aus Wilhelmshaven, war lange Zeit beruflich bedingt in Berlin und kehrt nun in ihre Heimat zurück. Die Südstadt ist für sie der ideale Wohn- und Arbeitsort.

Sie will so bald wie möglich eine Praxis für Psychosoziale Beratung eröffnen. Dies umfasst Supervision, Coaching und systemische Therapie. Supervision bietet Menschen in ihrem beruflichen Kontext Beratung, Reflexion, Entlastung und Anregungen. Sie ist wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung und Erhaltung von Qualitätsstandards und wird von den meisten Organisationen im psychosozialen Bereich für deren Mitarbeiter bereitgestellt.

Ute Willerts Schwerpunkte beziehen sich auf die Arbeit in Beratungsstellen, ambulante Arbeit mit Familien, Kindern und Jugendlichen, offene Kinder- und Jugendarbeit, Arbeit in stationären Formen der Unterbringung. Sie möchte Supervision auch in Kindertagesstätten und Schulen anbieten. In der systemischen Therapie wird mit einzelnen Personen, Paaren oder Familien gearbeitet. Personen werden in ihren sozialen Bezügen, Familien, Gemeinschaften wahrgenommen, man geht von komplexen Vernetzungen und Wechselwirkungen aus.

Damit die Jungunternehmer bestens gerüstet sind und bleiben, erhalten sie über Plug&Work verschiedenste Coachingangebote. Damit das Café Freiblock nicht nur ein beliebter Studententreffpunkt wird, sondern auch der Geheimtipp aller Kaffeeliebhaber, absolviert das Freiblock-Team noch diesen Monat eine Profi-Barista-Schulung. Außerdem werden sie hinsichtlich Lebensmittelhygiene und Buchhaltung gecoacht. Matthias Scheibe von Ecokultur lässt sich momentan zum Energieberater weiterbilden. Frank Barinski, der Möbeltransporteur, kann seinen zwei neuen Mitarbeitern beispielsweise Fahrsicherheitstrainings über Plug&Work ermöglichen.

Die Südstadt kann sich also über mehr Leben in den Straßen und Geschäften freuen und mithilfe der engmaschigen Betreuung über Plug&Work bleiben die Neuangesiedelten zudem auch möglichst lange der Südstadt erhalten.