Wilhelmshaven

24.01.2018


Rauchen ohne Asche und blauen Dunst


Immer mehr Ex-Raucher greifen zur Elektro-Zigarette statt zur klassischen Kippe. Ob das Dampfen wirklich deutlich weniger Gesundheitsrisiken birgt, ist unter Medizinern zumindest umstritten.


Timo Westie, Stefan Gierszewski und  Christian Klick (von links, Foto oben) wissen die  E-Zigarette als Alternative zum Tabak zu schätzen. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Timo Westie, Stefan Gierszewski und Christian Klick (von links, Foto oben) wissen die E-Zigarette als Alternative zum Tabak zu schätzen. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Stephan Giesers

Wilhelmshaven - Nachmittags im „Smokerstore“ - Raucherpause: Oliver Tief zieht an seiner Zigarette und sieht dabei wie ein schnaufender Drache aus. Dicke Wolken wabern aus Mund und Nasenlöchern.

Wie Bühnennebel hängt der weiße Dampf für eine Weile in der Luft und verteilt den Duft von Kirsche, Cola oder Honigmelone im Raum. Je nachdem, mit welchem Aroma der 43-Jährige seine Zigarette gerade befüllt hat.

Der Wilhelmshavener raucht aber nicht. Er dampft: E-Zigarette. Und damit ist Tief zunehmend in guter Gesellschaft, denn das Geschäft mit den zunehmend beliebten E-Zigaretten brummt: Nach Daten des Marktforschers Nielsen war zuletzt der Erlös mit E-Zigaretten zwischen September 2016 und September 2017 gemessen am Vorjahreszeitraum um 103 Prozent auf 33,5 Millionen Euro gestiegen.

„In Wilhelmshaven gibt es schon seit einigen Jahren eine richtige Dampfer-Szene“, sagt Tief. Deshalb entschied sich der Wilhelmshavener dazu, eine „Smokerstore“-Filiale in seiner Heimatstadt zu eröffnen. In den komplett sanierten Räumen eines ehemaligen Waschsalons.

Seine Kunden: Fast ausschließlich Raucher, die vom Tabak loskommen wollten und deshalb nikotinhaltige Liquids dampfen. „Ich war selbst viele Jahre starker Raucher - habe es auf 40 bis 50 Zigaretten täglich geschafft“, sagt Tief und zeigt seine silberne E-Zigarette, die wie ein übergroßes Elektrofeuerzeug aussieht. Der wesentliche Unterschied zum alten Glimmstängel: Es findet keine Verbrennung statt. In den Geräten wird eine Flüssigkeit erhitzt und verdampft. Der Dampf wird dann inhaliert - und gilt als weniger gesundheitsschädlich als der Dunst klassischer Glimmstängel.

„An Tabakzigaretten kannst Du sterben, an der E-Zigarette nicht“, spricht der Geschäftsmann, der durch E-Zigarette und nikotinhaltigen Liquids mittlerweile seit drei Jahren weg ist vom Tabak.