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Blick in die Welt

02.01.2018


Nach Schüssen auf Zwölfjährige: 68-Jähriger unter Verdacht


Nach den Schüssen auf ein zwölfjähriges Mädchen in Salzgitter hat ein 68-Jähriger eingeräumt, in der Silvesternacht eine Waffe abgefeuert zu haben. Die Hintergründe sind noch unklar.


Eine Patronenhülse liegt in Salzgitter an dem Ort, an dem die Zwölfjährige in der Silvesternacht angeschossen wurde. Foto: Rudolf Karliczek

Drei Polizistinnen stehen am abgesperrten Tatort in Salzgitter. Foto: Julian Stratenschulte

 

Salzgitter/dpa - Nach den Schüssen auf ein zwölfjähriges Mädchen im niedersächsischen Salzgitter hat ein 68-Jähriger eingeräumt, in der Silvesternacht eine Waffe abgefeuert zu haben. Die Hintergründe sind nach Justizangaben noch unklar.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe der Mann aus der Türkei die Waffe ohne waffenrechtliche Erlaubnis besessen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. "Es gibt gegenwärtig keine Hinweise auf Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen zwischen den Beteiligten."

Dem Mädchen geht es nach einer Notoperation wieder besser. Sie könne schon bald auf die Normalstation verlegt werden, hieß es aus dem Krankenhaus in Wolfenbüttel. "Was ihren Gesundheitszustand betrifft, sind wir beruhigt", sagte ein Klinik-Sprecher. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft traf ein Schuss die Zwölfjährige unterhalb der linken Schulter. 

Nach den bisherigen Ermittlungen sollen in der Silvesternacht 21 Schüsse zunächst aus dem Fenster eines Cafés und wenig später von einem Bürgersteig abgefeuert worden sein. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei der Tatwaffe um eine Neun-Millimeter-Pistole. Waffe und am Tatort gefundene Patronenhülsen wurden sichergestellt. 

Zeugenaussagen brachten die Ermittler auf die Spur des 68-jährigen Verdächtigen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht von einem Vorsatz aus und stellte beim Amtsgericht Salzgitter einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. "Ob konkret gezielt auf das Mädchen geschossen wurde, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben", sagte ein Sprecher. Nach derzeitigem Stand werde aufgrund des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Bei der Festnahme soll der Mann leicht alkoholisiert gewesen sein. 

In der Silvesternacht 2015/16 hatte im bayerischen Unterschleichach ein Mann mit einem Kleinkaliber-Revolver um sich geschossen. Dabei traf er die elfjährige Janina tödlich, als sie mit Freunden auf der Straße feierte. Das Landgericht Bamberg verurteilte ihn später zu zwölfeinhalb Jahren Haft, weil er mit seinen Schüssen den Tod der Elfjährigen billigend in Kauf genommen hatte. 






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