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Blick in die Welt

02.01.2018


JVA Berlin-Plötzensee: Einer der Werkstatt-Ausbrecher stellt sich


Der Mann war einer der vier Häftlinge, die kurz nach Weihnachten durch einen Lüftungsschacht entkamen. Unterdessen wurde die Flucht eines weiteren Mannes bekannt.


Die beiden Männer entkamen durch ein Fenster. Foto: Paul Zinken

 

Berlin/dpa - Einer der vier Männer, die am Donnerstag, 28. Dezember, aus der Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee entkommen sind, hat sich am Dienstag um 12.10 Uhr den Behörden gestellt. Darüber berichtet unter anderem "Bild.de".

Demnach erschien der 27-jährige Josef A. im Beisein zweier Familienmitglieder und seines Anwaltes am Tor der JVA. Der Mann war seit August 2017 inhaftiert. Seine Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung und Diebstahl läuft noch bis Oktober 2020. 
Demnach gibt der Ausbrecher offenbar an, bei dem Ausbruch nicht selbst gehämmert oder geflext zu haben. Er sei lediglich mit den anderen Insassen durch das Loch geklettert.
Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass am 30. Dezember ein weiterer Insasse geflohen war. Details, wie der Mann entkommen konnte, wurden nicht bekannt gegeben.
Innerhalb von fünf Tagen waren insgesamt neun Häftlinge aus der JVA Plötzensee verschwunden. Zwei kamen zurück. Aktuell befinden sich noch sieben Insassen auf der Flucht.
Montag waren zwei Häftlinge aus dem Gefängnis getürmt. Die Gefangenen seien am Montagmorgen aus dem offenen Vollzug geflohen, sagte ein Sprecher der Justizverwaltung. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. 

Einer der beiden Männer sei aber bereits am Abend zurückgekommen. Da er gegen die Auflagen verstoßen habe, müsse er nun in den geschlossenen Vollzug. 

Die beiden Gefangenen hatten sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen von wenigen Monaten im offenen Vollzug verbüßt. Sie mussten ins Gefängnis, weil sie Geldstrafen nicht bezahlen konnten. Obwohl sie zu Terminen hin und wieder die JVA verlassen durften, manipulierten sie nach Angaben des Sprechers ein Gitterfenster in der Zelle eines Mithäftlings und entkamen durch das Fenster.

Erst am Donnerstag hatten sich vier Häftlinge im Alter von 27 bis 38 Jahren mit einem Trennschleifer und einem schweren Hammer den Weg in die Freiheit gebahnt. Am Freitag war zudem bekanntgeworden, dass sich auch ein fünfter Gefangener am Donnerstagabend nicht wieder aus dem offenen Vollzug zurückgemeldet hatte. 

Die vier Häftlinge, die am Donnerstag ausbrachen,arbeiteten in einer Autowerkstatt auf dem JVA-Gelände, gelangten von dort in einen Heizungsraum und schließlich durch eine mit den Werkzeugen bearbeitete Lüftungsöffnung ins Freie. Dann krochen sie unter dem Außenzaun des Gefängnisses hindurch. Der 30-Jährige, der sich am selben Abend nicht aus dem offenen Vollzug zurückmeldete, verbüßte eine Strafe wegen des Erschleichens von Leistungen und Ordnungswidrigkeiten.

Von einer Fahndung mit Bildern sah die Polizei noch ab, wie eine Sprecherin erklärte. Die Fahndung mit Fotos nach Personen dürfen Staatsanwälte und Richter laut Gesetz nur anordnen, wenn alle anderen Methoden zur Ermittlung des Aufenthaltes deutlich weniger erfolgversprechend sind. 

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) kündigte noch vor Bekanntwerden des neuen Falls vom Montag eine Überprüfung aller Sicherheitsmaßnahmen in der Vollzugsanstalt an. "Zudem werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, bis alles aufgeklärt ist." Dennoch wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Die Berliner CDU gab dem rot-rot-grünen Berliner Senat die Schuld. Behrendt sagte dazu: "Ich bin bereit, dem Parlament Rede und Antwort zu stehen."






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