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Wilhelmshaven

03.01.2018


"Burglind" fegt über Westdeutschland hinweg


Das Tief soll am Mittwoch über Norddeutschland hinwegziehen. Es folgen Orkanböen und Gewitterschauer. Fährverbindungen wurden gestrichen.


Nachdem Sturmtief "Burglind" durchgezogen ist, liegen Teile eines Daches in Stuttgart auf der Straße und auf den Schienen der Stadtbahn. Foto: Willinger/SDMG

Ein Zug ist auf der Strecke zwischen Coesfeld und Dortmund gegen einen umgestürzten Baum geprallt und entgleist. DPA-Foto: Selm

Ein Auto fährt in Mülheim an einem abgerissenen Ast vorbei. DPA-Foto: Weihrauch

DPA-Foto: Runge

Wilhelmshaven/sun/dpa - Der Rest der Woche wird nass und windig. Am Mittwoch zieht das Sturmtief "Burglind" über Norddeutschland hinweg. In der Mittagszeit und am Nachmittag herrschen in Wilhelmshaven und Friesland laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) orkanartige Böen der Windstärke 11 (etwa 110 km/h) aus Südwest.

 Dies ist ein erster Hinweis auf erwartete Unwetter, etwa nachfolgende Orkanböen oder Gewitterfronten. Zuvor sprach der DWD am Dienstag eine Unwetterwarnung für die Region aus. 

Starke Luftdruckgegensätze zwischen einem Sturmtief über dem Atlantik und dem Azorenhoch über Irland sind die Ursache für das angekündigte Unwetter. 
Die Fährverbindung zwischen Wangerooge und Harlesiel wurde ausgesetzt. Die Fahrten zur Insel um 10 Uhr und 12.40 Uhr sind ausgefallen, die Abfahrten Richtung Harlesiel um 11.00 Uhr und 13.30 Uhr wurden ebenfalls ausgesetzt, wurde auf Facebook mitgeteilt. Die für 13.30 Uhr (vom Festland zur Insel) und 14.45 Uhr (von der Insel zum Festland) geplanten Fahrten zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog fallen ebenfalls aus. Auch die Verbindung nach Langeoog wird ausgesetzt.


Der Wind soll in der Nacht zum Donnerstag deutlich abnehmen. Der NLWKN warnt vor einer leichten Sturmflut, die Gebiete in Ufernähe und Strände treffen könnte.
Die Temperaturen bleiben indes mild - wärmer als 14 Grad soll es bis zum Ende der Woche nicht werden. Neben der Nordseeküste und Teilen von Niedersachsen soll der starke Wind auch das Saarland, Rheinland-Pfalz und Teile Ostdeutschlands treffen. Wetterexperten warnen vor starken Verkehrsbehinderungen bei Reisen mit der Bahn und dem Flugzeug. 


Deutschlandweit zeigte das Tief schon am Morgen seine Auswirkungen.

Mehrere Zoos und Tierparks blieben geschlossen - wegen der Gefahr von herunterfallenden Baumteilen. Auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, fährt die Zahnradbahn nicht. Das Skigebiet Garmisch-Classic blieb geschlossen.

In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel.

In Nordrhein-Westfalen kam es zu Verkehrsbehinderungen, die den Pendlerverkehr deutlich einschränkten. So standen in Essen und Mülheim Straßen unter Wasser. Eine wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf konnte nicht befahren werden, da ein umgestürzter Baum die Gleise blockierte. Auf der Autobahn A44 zwischen Jülich und Aldenhoven stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. 

Im südlichen Münsterland, nahe Lünen, prallte ein Regionalzug gegen einen Baum, der auf die Gleise gefallen war. Der Lokführer konnte den Zusammenprall trotz Notbremsung nicht verhindern, sodass der Triebwagen beim Aufprall entgleiste und noch 120 Meter durch das Gleisbett rutschte. Niemand der 70 Fahrgäste wurde verletzt. Die Passagiere werden mit Bussen weggebracht. Die Bergungsarbeiten laufen.

Auch in Hessen wurde der Verkehr durch Burglind stark eingeschränkt. So fiel auf der Strecke Limburg-Frankfurt ein Baum auf die Oberleitung der Bahn. In Rheinland-Pfalz wurden insbesondere Strecken in der Eifel und im Hunsrück durch Sturmschäden beeinflusst, so auch die Autobahn 63. In drei Ortschaften der Südwestpfalz fiel der Strom aus.
Auch in anderen europäischen Ländern sorgt das Tief - dort heißt es "Eleanor" - für Behinderungen. Der Luftverkehr an den Flughäfen Basel-Mulhouse-Freiburg und Straßburg im Elsass wurde vorläufig eingestellt. Das sagte ein Sprecher der französischen Luftfahrtbehörde DGAC am Vormittag. In Frankreich, Irland und Großbritannien waren Tausende Haushalte ohne Strom. Der Regionalverkehr im Elsass wurde als Vorsichtsmaßnahme eingestellt.
Erste Probleme gibt es auch an den Flüssen. In Köln wurde am Mittwochmorgen die Hochwassermarke I überschritten, bei der Schiffe ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Auch kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten.

 






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