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Sport

07.03.2018


Zigarre und Wein über den Dächern von Bant


Arthur Walter gibt nach 24 Jahren das Amt als Tischtennis-Abteilungsleiter beim TSR Olympia ab. Der 89-jährige Wilhelmshavener war im Verein das "Mädchen für alles".


89 Jahre alt und (ein  kleines bisschen) amtsmüde. Aber auch nur das: Arthur Walter (TSR Olympia).      WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

89 Jahre alt und (ein kleines bisschen) amtsmüde. Aber auch nur das: Arthur Walter (TSR Olympia). WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Martin Münzberger
Wilhelmshaven - Am Mittwochabend wird in der Tischtennis-Abteilung des TSR Olympia eine Ära enden - und zwar die von Arthur Walter, bei dem 24 Jahre lang alle TSR-Tischtennis-Fäden zusammenliefen. Denn letztlich war der 89-Jährige nicht der große Boss der Abteilung, sondern Mädchen für alles: Die Tischtennis-Tisch kaputt, die Seele untröstlich, in der Schule genervt, der Arbeitsplatz gefährdet, die Fortbildung zu weit weg, die deutsche Sprache noch fremd - Arthur Walter war zur Stelle.

Wenn es sein musste auch kurz vor Mitternacht, weil eine weinende Spielermutter sich keinen Rat mehr wusste und an der Haustür der Familie in Bant klingelte.

„Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Für mich war immer der Mensch maßgebend. Deswegen war ich für jeden ansprechbar und bin mit allen gut zurecht gekommen“, blickt Walter auf seine bisherige TSR-Zeit zurück, die heute mit der - voraussichtlichen - Übergabe der „Amtsgeschäfte“ an Gisbert Kohlrautz endet.

„Mein Herz wird immer dem Tischtennis und dem TSR Olympia gehören“, stellt der 89-Jährige trotzdem im Brustton der Überzeugung fest. Und der Eindruck von Amtsmüdigkeit will sich auch nicht so richtig einstellen, wenn Walter von seinen Ideen und Hoffnungen erzählt, dass sich die erste Mannschaft nach einer schwachen Hinrunde mit Neuzugang Ali Mohammadpour über die Relegation vielleicht doch noch für die Bezirksliga qualifizieren und damit alte Verbandsliga-Herrlichkeiten aus den 60er, 70er- und 80er-Jahren wieder aufleben lassen kann.

Oder von seinen regelmäßigen Trainingsbesuchen am Mittwoch und Freitag ab 19 Uhr in der Halle Süd, wo schließlich ein Ansprechpartner für Gäste zur Verfügung stehen muss. Und auch selbst noch eine Runde gespielt werden kann.