Sport

15.05.2019


Nächtliche Niederlage am Times Square


Der Wilhelmshavener Tiemon Neumann ist mit dem SC Aurich in die Jugend-Bundesliga aufgestiegen. Der 18-Jährige kam durch seinen großen Bruder zum Schach.


Der Wilhelmshavener Gymnasiast Tiemon Neumann (18) ist mit dem SC Aurich in die Jugend-Bundesliga im Schach aufgestiegen.    WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Der Wilhelmshavener Gymnasiast Tiemon Neumann (18) ist mit dem SC Aurich in die Jugend-Bundesliga im Schach aufgestiegen. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Martin Münzberger

Wilhelmshaven - Nein - bitte keine schnelle Partie, obwohl Tiemon Neumann einmal erwartungsvoll über den Wohnzimmertisch schaut, wo das Schachbrett bereits mit seinen Springern, Läufern und Türmen, der Dame und dem König aufgebaut ist.

Denn das Ergebnis dürfte wohl feststehen. „Zehn von zehn Spielen müsste ich eigentlich gegen einen Laien gewinnen“, bemüht der 18-Jährige die Statistik - verkennt aber auch nicht die Gefahren des sportlichen Alltagsgeschäfts. „Auch die Handballer des THW Kiel verlieren ja mal ein Spiel.“

Tiemon Neumann spielt Schach, seitdem er acht Jahre alt ist - und auf allen Brettern, die zwar nicht die Welt aber ganz viel in seinem Leben bedeuten. Also: Mit Blick auf den Livestream, wenn die Profis zum WM-Kampf antreten, Gartenschach mit großen Figuren im Urlaub, in einer Eishockeyhalle mit Hunderten anderer Spieler in Pardubitz bei den „Czech-Open“, wo nebenbei noch Go, Backgammon und Scrabble gespielt wird oder Sudokus gelöst werden, während des Auslandsjahrs in Bowling Green (Ohio/USA) - oder um Mitternacht auf dem Times Square in New York, weil dort ein Schachspieler sein Brett aufgebaut hatte und demjenigen 20 Dollar verspracht, der für 10 Dollar gegen ihn antritt.

Die Partie hat der 18-Jährige nicht nur wegen des ungewöhnlichen Rahmenbedingungen nicht vergessen. „Ich habe verloren und dabei Mattstellungen übersehen. Das hat mich wahnsinnig geärgert und auf dem Weg zum Hotel musste ich die ganze Partie noch einmal im Kopf durchgehen.“

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Mittwoch, 15. Mai 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.