Sport

07.02.2018


Das erste Talent stammte aus der eigenen Familie


Die Förderung von Jungen und Mädchen ist seit Jahren für den ehemaligen HFC-Jugendtrainer die schönste Nebensache der Welt. Sohn Brian läuft für Landesligist Goslarer SC auf.


Heiko Behrens (Sande) ist immer auf der Suche nach Talenten. Früher trainierte der 60-Jährige zahlreiche Nachwuchsteams beim Heidmühler FC.     Foto:    Mohr

Heiko Behrens (Sande) ist immer auf der Suche nach Talenten. Früher trainierte der 60-Jährige zahlreiche Nachwuchsteams beim Heidmühler FC. Foto: Mohr

 

Von Manuela Mohr undMartin Münzberger

Sande - Am Anfang stand die Unzufriedenheit. „Ich habe mich häufig über die Zusammensetzung von Kreisauswahlen und Stützpunkt-Teams geärgert, in denen nicht unbedingt die besten Fußballer gesichtet wurden“, stellt Talentscout Heiko Behrens nüchtern fest.

Der 60-Jährige aus Sande war lange Jahre Nachwuchstrainer beim Heidmühler FC. Der Blick für Talente war - auch ohne Lizenz - also geschult. Und er kann nicht so schlecht gewesen sein. Denn gleich der ersten Heidmühler, den Behrens seinerzeit nach Oldenburg vermittelte, löste dort Begeisterung aus.

Hinzu kam, dass der Name Behrens beim VfB bereits einen guten Ruf hatte. Sohn Brian lief für die A-Junioren des Vereins auf - und kam später in Braunschweig auf 43 Regionalliga-Einsätze. Nach zahlreichen Verletzungen kickt der 22-Jährige jetzt für Sechstligist Goslarer SC und hat eine kaufmännische Ausbildung in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt.

Heiko Behrens wollte eigentlich nur nebenbei nach Fußball-Talenten Ausschau halten. Durch einen Unfall musste der 60-Jährige jedoch seinen Beruf als Krankenpfleger (beim Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch) vorzeitig aufgeben und hatte fortan Zeit und Lust, sich seiner Passion Fußball auf besondere Art und Weise zu widmen.

„In der Vergangenheit war ich eigentlich das ganze Wochenende unterwegs. Mehr als 50 000 Kilometer im Jahr sind da schnell zusammen gekommen“, erinnert sich der Vater von sechs Kindern im Alter von 20 bis 40 Jahren (Sohn Berno kickt für Bezirksligist RW Sande).

Neben dem Talent (Behrens: „Oft wissen die Spieler selbst gar nicht, wie gut sie tatsächlich sind“) hat der ehemalige Fußballer des TuS Mariensiel aber noch etwas anderes immer im Blick gehabt. „Die schulische Ausbildung und ein guter Abschluss stehen im Vordergrund. Der Profisport garantiert schließlich nur wenigen ein dauerhaftes Auskommen.“