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Wilhelmshaven

13.09.2017


Sturm: Benefizspiel fällt wetterbedingt aus - Verkehr und Fähren eingeschränkt


Das Spiel zu Gunsten des Kinderhospizes wurde abgesagt. Die Straße "Friesendamm" wurde gesperrt. Der Fährdienst nach Wangerooge wurde eingeschränkt.


Symbolbild: Sturm "Sebastian" fegt über die ostfriesische Halbinsel und die Jaderegion hinweg. Auch Norderney wurde voll vom Orkan erwischt. DPA-Foto: Bartels

Wilhelmshaven/sun/dpa - Auf Grund des Herbststurms "Sebastian" kommt es am Mittwoch, 13. September, zu einigen Einschränkungen und Sperrungen.

 

Die Nordwestbahn hat zwischen Sande und Varel den Betrieb eingestellt.

In Teilen des Landkreises Friesland landeten Bäume auf den Straßen und Wegen. Unter anderem musste die L 815 zeitweise gesperrt werden. Gleiches gilt für die B210 in Höhe Vereinigung.

 

Das Benefiz-Spiel zwischen dem SV Wilhelmshaven und der Fußball-Nationalmannschaft der Bundeswehr wurde auf Grund des anhaltenden Regens und des Sturms abgesagt.

Eigentlich sollten die Kicker am Mittwochabend im Jadestadion aufeinandertreffen. Mit den Einnahmen sollte das Wilhelmshavener Kinder- und Jugendhospiz "Joshuas Engelreich" unterstützt werden.


Der Friesendamm ist von Mittwoch, 11.30 Uhr, bis Donnerstag, 7.30 Uhr zwischen Ölhafendamm und der Straße "Zum Ölhafen" voll gesperrt. Der Verkehr wird über die Alfred-Eckhardt-Straße umgeleitet.

 

Die Nordseefähren nach Wangerooge stellten am Mittwoch ihren Betrieb ein. Eine letzte Fähre fuhr am Morgen um 7 Uhr zur Insel. Bis sich das Tief verzogen hat, ist die Insel nicht mehr erreichbar. Auch der Inselflughafen wird bei derart hohen Windstärken nicht mehr angeflogen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt an der deutschen Nordseeküste vor einzelnen Orkanböen mit bis zu 120 Stundenkilometern.. Die Wilhelmshavener Feuerwehr riet Spaziergängern und Autofahrern zur Vorsicht.

Was sonst noch so in Wilhelmshaven und Friesland passiert, lesen Sie am Donnerstag, 14. September, in der Wilhelmshavener Zeitung.



Der Blick auf die Situation im Norden:

Etliche Bäume stürzten um, wodurch es etwa in Nordrhein-Westfalen zu Behinderungen im Bahnverkehr kam. Der Wind beschädigte Autos und Gebäude; Dachziegel flogen umher. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus. Zuvor hatte "Sebastian" bereits die Niederlande erreicht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden zeitweise Start- und Landebahnen geschlossen.

Die DWD-Meteorologen erwarteten im Norden und Nordwesten schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. An Nord- und Ostsee und im höheren Bergland könnten schwere Sturmböen und orkanartige Böen mit bis zu 115 km/h auftreten. Im Binnenland wehe der Wind vielfach mit starken bis stürmischen Böen von bis zu 75 km/h und einzelnen Sturmböen von bis zu 85 km/h, hieß es in der Vorhersage vom Mittwochnachmittag.

Der heftige Wind soll an Nord- und Ostsee in der Nacht zu Donnerstag anhalten. Auch für den Südwesten Deutschlands rechnen die Meteorologen mit Sturmböen. "Über der Mitte lässt der Wind hingegen deutlich nach", teilte der DWD mit. Hinzu komme aber Dauerregen, der sich von Südwesten her bis zur Mitte Deutschlands ausbreite. Stellenweise könnten dabei am Donnerstag unwetterartige Mengen zusammenkommen.

Zu dem tödlichen Unfall in Hamburg kam es, als ein umgestürztes Baugerüst einen Passanten in der Innenstadt unter sich begrub. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich wegen starker Böen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst.

Auf der Nordseeinsel Föhr wurde eine Fußgängerin von einem Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt, wie die Polizeidirektion Flensburg mitteilte. Glück im Unglück hatte ein Mitarbeiter der Nikolaikirche in Kiel: Ein Firstziegel fiel nach Angaben der Gemeinde vom Dach der Kirche auf das Auto des Mannes und zerschlug das Glasdach, der Mann hatte den Wagen aber kurz zuvor verlassen.

"Sebastian" beeindruckte selbst die sturmerprobten Hallig-Bewohner. Das laue Lüftchen habe sich gewandelt zu einem richtig kräftigen Sturm, sagte Erco Lars Jacobsen von der Hallig Hooge. Unangenehm mache das Wetter vor allem der Regen - und dass der Sturm dieses Jahr sehr früh da ist.

Der Sturm wirbelte auch die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei mitteilte. Auch die Hochseeinsel Helgoland war per Schiff am Mittwoch nicht erreichbar. Auf dem Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, wurde der Bahnverkehr eingestellt.

In Hamburg zog "Sebastian" Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr nach sich. In Nordrhein-Westfalen war ebenfalls Geduld auf Straßen und Schienen gefragt. Wegen der starken Windböen schloss hier außerdem der Wuppertaler Zoo zwischenzeitlich seine Pforten.

Flensburg schloss wegen der Sturmwarnungen die städtische Kindertagesstätten und empfahl den Schulen, ebenfalls zu schließen. In Husum wurden vier Leichtbauhallen einer Messe zum Thema Windenergie geräumt. Zu etlichen Feuerwehreinsätzen kam es auch in Ostfriesland und in Bremen. Ein Polizeisprecher sagte: "Die Einsätze kommen im Minutentakt rein."

Im Online-Portal "Kachelmannwetter" hieß es mit Blick auf umstürzende Bäume: "Die belaubten Bäume sind das Problem. Im Winter ohne Laub würde der Sturm deutlich weniger anrichten. Schon bei 70 km/h können einzelne Bäume umstürzen, 80 km/h und mehr sind dann für so einige Bäume zu viel."

In den Niederlanden war der Flugverkehr stark beeinträchtigt. Die Fluggesellschaft KLM strich rund 60 innereuropäische Flüge, wie das Unternehmen mitteilte. Auf dem Flughafen Schiphol mussten Start- und Landebahnen wegen starker Winde geschlossen werden. Der Flughafen warnte Passagiere vor großen Verspätungen. Umfallende Bäume verursachten in den Niederlanden Verkehrsunfälle. Dabei wurden nach Angaben der Feuerwehr mindestens zwei Menschen verletzt.

Am Dienstagabend soll ein Wetterumschwung mit Starkregen und tiefstehender Sonne eine Unfallserie auf der Autobahn 2 in Nordrhein-Westfalen ausgelöst haben. Mehrere Autofahrer hätten wegen des Regens heftig gebremst. "Dann kam plötzlich die Sonne wieder raus und die Fahrer konnten nichts sehen", sagte ein Sprecher der Polizei Bielefeld. Die Bilanz: zwei Tote, Dutzende Verletzte und etliche beschädigte Fahrzeuge.






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