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19.06.2014


So könnte die Südzentrale genutzt werden


Der mögliche Abriss der Südzentrale rückt immer näher. Nun wurde ein Gutachten für eine mögliche Nutzung vorgestellt. Das zeigt eine Kombination aus historischer Substanz und Neubau.


WZ-Foto: Schwarzer

Von Ulrich Müller-Heinck

Wilhelmshaven - Die Südzentrale könnte mit ihrem Standortpotenzial eine Schlüsselrolle für die touristische Entwicklung Wilhelmshavens übernehmen. Gleichzeitig würde das wiederbelebte Industriedenkmal positive Impulse auf die östliche Südstadt ausüben. So lautet das Fazit des Gutachtens der Hamburger Profund Consult, das gestern Stadtplanerin Sonja Redies, Geschäftsführerin des Planungsbüros, in der Sitzung des Rates Politik und Verwaltung vorstellte.

In Auftrag gegeben hatte es der Verein zumErhalt der Südzentrale mit der Maßgabe, nach einem stimmigen und stabilen Konzept zu suchen, das den Erhalt und die Sanierung des Bauwerks rechtfertigt. Die Markt- und Nutzungsanalyse, die Standort- und Nachfragefaktoren vor dem Hintergrund eines Freizeit- und Kulturangebots beleuchtet, kommt zu dem Schluss, dass ein Nutzungsmix der Südzentrale die besten Überlebenschancen böte.

Dabei schlägt man zwei „Ankerthemen“ vor: Erstens ein von der Tourismus & Freizeit GmbH zu betreibendes Welcome-Center als Drehscheibe zur Information und Lenkung von Wilhelmshaven-Besuchern, Stadtmuseum plus Kabinett zur Baugeschichte des Objekts. Zum Zweiten ein Kunstforum als überregional ausgerichtetes Kunstmuseum, das Schenkungen und Leihgaben aufnehmen könnte.

Auf der Habenseite stünde ein Gebäude mit hohem Identifikationspotenzial, der Wert als industrielles Baudenkmal und das Potenzial als Schlüsselgrundstück, Knotenpunkt zwischen touristischen und kulturellen Nutzungen am Südstrand und am Bontekai. Hinzu komme das Entwicklungspotenzial am Wasser. Als Risiken führt das Gutachten mögliche Nutzungskonflikte mit einer Hafennutzung bei gleichzeitigem Schutzbedürfnis der Wohnbebauung, das Sanierungsrisiko sowie ein Altlastenrisiko im Zusammenhang mit Abrissaktivitäten auf.

Profund Consult empfiehlt die Erhaltung der Maschinenhalle als Herzstück der Anlage (ca. 1200 m²) und öffentlich zugängliches Denkmal, nutzbar für Events und Wechselausstellungen, sowie die Sanierung des Kesselhauses (2100 m²). Das westlich angebaute Schalthaus (1360 m²) könne besser durch einen Neubau ersetzt werden, um die Kunstobjekte sicher zu beherbergen. Die Attraktivität müsse ausreichen, um eine Einwohnerzahl von gut 3 Millionen anzusprechen. Die am weitesten Entfernten müssten dann maximal 90 Minuten Fahrzeit auf sich nehmen.

Bereits in einem 30-Minuten-Umkreis komme man auf ein städtisches Übernachtungspotenzial von 660.000 Menschen, wovon z.B. das Marinemuseum bis zu 15 Prozent abschöpfe (rund 100.000 Besucher pro Jahr), das Küstenmuseum trotz interessanter Themen aber nur 1 Prozent. Letzteres wäre daher erster Kandidat für eine Neuaufstellung in der Südzentrale. Das Besucheraufkommen schätze man auf 200.000 bis 250.000 jährlich, sagte Redies. Als „Zeitzeugenobjekt mit Charisma“ aus historischer Substanz und Neubau könne die Südzentrale „genau das Produkt sein, was der Stadt noch fehlt“.


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Digitale Ausgabe: WZ vom 19.06.2014
Kurzbeschreibung:

Bürger demonstrieren gegen Banter-See-Pläne +++ Mariengymnasium in Jever wird saniert +++ Nordwest-Krankenhaus schrieb schwarze Zahlen
Seitenzahl: 32
PDF Größe: 20,2 MB
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