Wilhelmshaven

14.03.2018


Kinderklinik: Mehr Kinder in der Notfallambulanz


Eltern müssen sich mit ihren Kindern an den allgemeinen Bereitschaftsdienst wenden. Davor scheuen offenbar viele zurück und gehen stattdessen in die Notaufnahme der Kinderklinik.


Viele Eltern gehen im Krankheitsfall mit ihrem Kind direkt in die Kinderklinik statt zum Bereitschaftsdienst.    DPA-Foto:     Pleul

Viele Eltern gehen im Krankheitsfall mit ihrem Kind direkt in die Kinderklinik statt zum Bereitschaftsdienst. DPA-Foto: Pleul

 

Von Meike Hinze

Wilhelmshaven - Für Dr. Thomas Liebner, den Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Wilhelmshaven, sind die Befürchtungen wahr geworden: Seitdem die Kinderärzte keinen Bereitschaftsdienst mehr anbieten, verzeichnet er ein Drittel mehr Notfälle in der Ambulanz.

Seit Jahresbeginn suchen monatlich über 400 Patienten die Notaufnahme auf, das sind hundert mehr als noch im November oder Dezember des Vorjahres.

Offenbar entscheiden sich viele Eltern, mit ihrem kranken Kind direkt dorthin zu gehen. „Wir können nur feststellen, dass es mehr geworden ist“, sagt Liebner, betont aber, dass der rasante Anstieg nicht an der Grippewelle gelegen hat: „Auch im November und Dezember gab es Krankheitszeiten, da hatten wir aber noch deutlich weniger Patienten.“ Überraschend ist die Entwicklung für ihn nicht: „Wenn die Kinderärzte, die im Bereitschaftsdienst bisher einen guten Job gemacht haben, das nicht mehr machen, bleibt eine Lücke.“

Ein Problem darin, dass die kleinen Patienten nicht von eigens ausgebildeten Kinderärzten behandelt werden, sieht Helmut Scherbeitz nicht. Er ist Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Praxis des allgemeinen Bereitschaftsdienstes betreibt. „Die Mehrzahl der Ärzte sind Allgemeinmediziner, für die ist ein Sechsjähriger kein Problem, den haben sie auch in ihren Praxen. Und mit den ganz Kleinen gehen die Eltern ohnehin direkt in die Kinderklinik.“

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