Wilhelmshaven

22.02.2019


Freitagsgespräch: Gunstgewinn durch Slammen


Das etwas andere Freitagsgespräch: Acht Slammer kämpfen am Freitagabend um 19 Uhr im Pumpwerk um die Gunst des Publikums. Die WZ sprach mit der 81-jährigen Slammerin Marlene Stamerjohanns aus Wilhelmshaven.


Marlene Stamerjohanns (81) ist die älteste Poetry-Slammerin Deutschlands. Die Wilhelmshavenerin hat schon zahlreiche Preise gewonnen.     WZ-Foto:    Lübbe

Marlene Stamerjohanns (81) ist die älteste Poetry-Slammerin Deutschlands. Die Wilhelmshavenerin hat schon zahlreiche Preise gewonnen. WZ-Foto: Lübbe

 

Von Sebastian Urbanczyk
WZ: Frau Stamerjohanns, Sie machen keinen Po-Tanz. Sind stadtbekannt, weil wortgewandt. Haben den richtigen Kenntnisstand. Sagen Sie uns, wie Poetry-Slam entstand.

Marlene Stamerjohanns: Alles begann in Amerika, ein Dichterwettstreit.

Mit Lesen am Tresen, also Tresenlesen. Vor Gästen, die Text und Inhalt testen. Und den Besten bewerten ohne dass der Rest sich beschwerte. Bald schwappte die Idee über, überall wurde um die Wette gelesen. Die Texte performt, getanzt, Wortakrobaten wurden bekannt. Regeln mussten den Verlauf regeln. Die Texte kürzen, mit Humor würzen. Fünf bis sieben Minuten Zeit zu vergeben. Die Gäste geben Punkte von eins bis zehn. Bitte keine Belehrung, Moralisierung. Keine Instrumente oder Gesang. Sonst gibt es ein Buh oder Taxi Ruf - aus und raus.

WZ: Doch in welcher Art sind die Worte gepaart, die die Künstler meistern, das Publikum damit begeistern?Stamerjohanns: Jeder kann mitmachen. Fünf Minuten egal ob Rap, Hip Hop, Lyrik, Prosa. Oder zügellos neue Worte schöpfen und ins Publikum schleudern. Kracher oder Lacher, die im Halse stecken bleiben. Wenn Themen wie Wald sterben, Soldaten sterben, Insekten sterben, gelesen werden. Auch beim Beziehungskisten ausmisten rauf auf die Piste. Das Publikum verstören, betören, zum Hörgenuss verführen. Beim Kohle-Ausstieg, Hambacher Forst. Im Pumpwerk am 22. Februar. Schönen Ruß aus Wilhelmshaven.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Freitag, 22. Februar 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.