Wilhelmshaven

15.08.2019


Großbrand bei ALBA Metall Nord ist gelöscht


Die Emsstraße wird erst nach Abschluss der Arbeiten freigegeben. Zwei Feuerwehrleute wurden am Mittwoch leicht verletzt. Rund 130 Einsatzkräfte waren beteiligt.


Gegen 14.45 Uhr konnten die Löscharbeiten am Donnerstag abgeschlossen werden. WZ-Foto: Lübbe

Tapfer im Einsatz: Am Mittwochabend wurde auch das 57 Jahre alte Feuerlöschboot II zur Verfügung gestellt, damit die Einsatzkräfte der Feuerwehr die leistungsstarken Löschkanonen einsetzen konnten. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Durch den Brand zog eine dunkle Rauchsäule über den Ems-Jade-Kanal hinweg. WZ-Foto: Siefken

Eine nähere Aufnahme des brennenden Schrottstapels. Foto: Klaus-Dieter Erber

Bild der Rauchschwaden, vom gegenüberliegenden Ufer aus betrachtet. WZ-Foto: Siefken

Eine Drehleiter fiel während der Löscharbeiten aus. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Von Hendrik Suntken und Hartmut Siefken

Wilhelmshaven - Der Großbrand auf dem Gelände von ALBA Metall Nord an der Emsstraße ist gelöscht. Dies wurde jetzt über die sozialen Netzwerke und den Katastrophenwarndienst BIWAPP mitgeteilt. Die Sperrung der Emsstraße wird aufgehoben, sobald die Aufräumarbeiten auf dem Gelände abgeschlossen sind.

Insgesamt waren seit dem Vortag rund 250 Einsatzkräfte vor Ort, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Gegen 14.45 Uhr wurden die Löschmaßnahmen abgeschlossen.
Oberbürgermeister Andreas Wagner sprach den Einsatzkräften in einer Mitteilung in den sozialen Netzwerken seinen Dank aus: „Dieser Einsatz hat einmal mehr gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften in unserer Stadt hervorragend funktioniert und sich alle jederzeit aufeinander verlassen können“´

Fotogalerie: Bilder vom Donnerstag und vom Einsatz der Löschboote.

Am Mittwochnachmittag war gegen 16.20 Uhr ein Schrottberg mit Fahrzeugwracks aus bislang unbekannten Gründen auf dem Grund des Entsorgungsunternehmens in Brand geraten. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Die Bekämpfung des Brandes gestaltete sich laut Mitteilung der Feuerwehr äußerst aufwändig: Die Schrottfahrzeuge mussen mit Unterstützung von Baggerfahrern auseinandergezogen werden, um an die unten liegenden Glutnester zu gelangen. Da viele Öle und Kraftstoffe auf dem Gelände sind, darf das Löschwasser nicht in die Kanalisation und damit in die Kläranlage geleitet werden. Das Löschwasser wurde aufgefangen und im Anschluss fachgerecht entsorgt. Am Donnerstagmorgen und am Vormittag traf Unterstützung aus dem Landkreis Friesland ein. Freiwillige Feuerwehren aus dem Umland, die Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft, lösten die Wilhelmshavener Einsatzkräfte vor Ort ab. Chemische Stoffe, Gummi- und Kunststoffteile und Kraftstoffreste im Schrottstapel erschwerten die Löscharbeiten zusätzlich. Als günstig dürften sich die Regenschauer erwiesen haben, die am Donnerstagmittag und Nachmittag über Wilhemshaven hereinbrachen.
Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz am Mittwochabend leicht verletzt, konnten allerdings vor Ort behandelt werden. Zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr wurden durch Hitzeeinwirkung beschädigt. Eine Drehleiter fiel aus. Die Schadenshöhe konnte am Mittwoch noch nicht beziffert werden.

Die starke Rauchentwicklung war weit über die Stadtgrenzen hinweg zu beobachten. Auch von den Inseln, Oldenburg und Bremerhaven aus wurde die Rauchsäule beobachtet. Während des Einsatzes wurden Schadstoffmessungen vorgenommen. Bedenkliche Werte wurden nicht festgestellt. Allerdings legte sich seit Ausbruch des Feuers ein starker Brandgeruch über weite Teile des Stadtgebiets. Auch in nördlichen Stadtteilen kann er noch stark wahrgenommen werden.

Anwohner der Südstadt werden weiterhin gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Konzertveranstaltung "Mittwochs am Pumpwerk" musste am Mittwochabend kurzfristig abgesagt werden.

Weitere Bilder vom Einsatz gibt es in der Fotoreihe.

Die Feuerwehr Wilhelmshaven löste Stadtalarm aus. Alle verfügbaren Kräfte der Berufsfeuerwehr und den freiwilligen Feuerwehren Rüstringen und Bant-Heppens waren im Einsatz. Unterstützung gab es von der Werksfeuerwehr der NWO. Die Ortswehren Sengwarden und Fedderwarden stellten den Stadtbrandschutz sicher. Zudem sind das DRK und Beamte der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland im Einsatz. Insgesamt waren zeitweise mindestens 130 Einsatzkräfte vor Ort. Die Einsatzleitung forderte gegen 18 Uhr die Schlepper Florian und Stella zur wasserseitigen Löschung an. Auch das 57 Jahre alte Feuerlöschboot II des Vereins zur Erhaltung historischer Fahrzeuge wurde zur Brandbekämpfung eingesetzt.

Nach der schweren körperlichen Arbeit wurden die Feuerwehrleute von den Versorgungsgruppen der DRK-Bereitschaften aus Wilhelmshaven und Jever unterstützt. Die Feuerwehr wies auf Facebook darauf hin, dass Angebote von Bürgern, die Einsatzkräfte mit Verpflegung zu unterstützen, nicht angenommen werden konnten, da es untersagt ist, den abgesperrten Bereich zu betreten.

 

Am Mittwoch staute sich im Umfeld der Brandstelle der Verkehr, etwa auf der Jadeallee, der Weserstraße, der Deichstraße und der Straße "Am Handelshafen" - wohl auch, weil sich etliche Schaulustige am Hafen sammelten, um den Einsatz zu beobachten.

Hier ein Video vom Mittwochabend, ein Video mit aktualisierten Informationen folgt im Tagesverlauf:

 

Erst im Juni hatte der Ausschuss für Planen und Bauen eine Machbarkeitsstudie für den Umzug des Entsorgungsbetriebes in Auftrag zu geben. Rat und Stadt erklärten damals, das Unternehmen in der Stadt halten zu wollen und setzten darauf, Fördermittel für einen Umzug einzuwerben
Das Großfeuer rief bei vielen Menschen Erinnerungen an einen ähnlichen Großbrand Ende Januar 2015 wach. Auch damals war die Feuerwehr auf dem ehemaligen "Jade-Stahl"-Gelände noch tagelang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Damals entstand ein Schaden von 150.000 Euro. Ermittlungen ergaben später, dass sich der Schrotthaufen offenbar selbst entzündet hat. Seitdem gab es mehrfach auch kleinere Brandeinsätze auf dem Gelände.
Wilma Nyari, Sprecherin der Initiative "Gesunde Südstadt" hat noch am Mittwochabend ein Videostatement zum Brand abgegeben. Die Initiative fordert auch mit Blick auf den aktuellen Brand einen Standortwechsel mit Bestand der Arbeitsplätze, um die Sicherheit der Anwohner und der näheren Umwelt zu gewährleisten. Die Bürgerinitiative möchte zeitnah einen Gesprächstermin mit allen Beteiligten verabreden.