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26.05.2015


Wilhelmshaven schrumpft gewaltig


Nach der Vorhersage der landeseigenen Förderbank NBank verlieren schwächere Regionen am stärksten. Das Oberzentrum Wilhelmshaven könnte unter 63.000 Einwohner rutschen.


Foto: Schwarzer

Hannover/Wilhelmshaven/dpa/wz - Im Wilhelmshavener Rathaus müssten die Alarmsirenen schrillen: Wenn nicht schleunigst eine Trendumkehr einsetzt, schrumpft die Einwohnerzahl des Oberzentrums in den nächsten 20 Jahren dramatisch.

Diese Entwicklung geht aus der Bevölkerungsprognose der NBank hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende vorlag.   Danach werden die Niedersachsen insgesamt  immer weniger. Besonders problematisch: Der Bevölkerungsschwund wird voraussichtlich in ohnehin schon schwachen Regionen besonders stark ausfallen.

Die Entwicklung stellt das Land in den nächsten zwei Jahrzehnten vor große Probleme. Es droht sich eine Zweiklassengesellschaft zu bilden, in der allen voran das Leine- und Weserbergland sowie der westliche Harz, Lüchow-Dannenberg und die Gegend um den Jadebusen am stärksten betroffen sind. Teilweise laufen die Gegenden Gefahr, bis 2035 jeden fünften Einwohner zu verlieren.  Für Wilhelmshaven sagen die Statistiker  einen Rückgang der Einwohnerzahl von 20 Prozent voraus. Aktuell gibt es rund 78 000 Wilhelmshavener. Im Jahr 2035 wären es dann, wenn die Prognose zutrifft, unter 63 000.

Die Prognose hat die landeseigene Förderbank in Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut erstellt. Details zur Methodik der Vorhersage waren über Pfingsten nicht zu erfahren.  Es gilt aber aus Sicht der Statistiker die Faustregel: Ausgerechnet jene Regionen, die eigentlich schon heute nicht weiter verlieren dürften, sind weiterhin am stärksten betroffen. Je ländlicher es wird, desto größer ist das Risiko, abgehängt zu sein. Mit Ausnahme von Göttingen, Hildesheim, Salzgitter und Wilhelmshaven (zusammen minus 44 000 Einwohner) gewinnen alle Großstädte bis 2035 kräftig (zusammen 155 000 Menschen). Insgesamt verliert Niedersachsen laut  Prognose aber 370 000 Einwohner . Nur jede zehnte Kommune wächst noch kontinuierlich die nächsten zwei Jahrzehnte.

Die großen Gewinnerregionen sind –  neben den genannten Großstädten –  der südliche Speckgürtel der Metropole Hamburg rund um Harburg sowie die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Oldenburg, Ammerland und Leer im Westen Niedersachsens. Bis 2018 hilft noch ein Zuzug aus dem Ausland, der dann aber laut der Vorausberechnung abebbt. In jeder zweiten Kommune sinkt die Einwohnerzahl  anhaltend bis 2035.