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17.10.2013


Verein will Bunker retten


Bunker-Fan Holger Raddatz hofft auf ein zügige Entscheidung der Stadt. „Wir brauchen nur die Schlüssel, dann können wir anfangen.“


Die Aufnahme aus der Nachkriegszeit zeigt die  einzigen heute noch erhaltenen Standardbunker der Kriegsmarine am Banter See im ursprünglichen Kasernen-Ensemble.

Die Aufnahme aus der Nachkriegszeit zeigt die einzigen heute noch erhaltenen Standardbunker der Kriegsmarine am Banter See im ursprünglichen Kasernen-Ensemble.

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Für die einen sind es eintönige Betonklötze, für die anderen bedeutende Zeugen der Zeitgeschichte. „Die beiden Marinebunker am Banter See sind Teil der Wilhelmshavener Stadtgeschichte - die dürfen auf keinen Fall abgerissen werden“, fordert Holger Raddatz.

Raddatz (39) kämpft als Sprecher des 38 Mitglieder starken „Vereins zum Erhalt der Bunker am Banter See in Wilhelmshaven“ für eine langfristigen Erhalt der beiden letzten unversehrt erhaltenen Truppenmannschaftsbunker diese Art. Zwei vergleichbare Gebäude an der Hannoverschen Straße wurden im vergangenen Jahr für ein geplantes Werk zum Bau von Offshore-Fundamenten abgerissen. „Die Pläne für das Werk liegen inzwischen auf Eis, die Bunker sind vernichtet“, klagt Raddatz, der um Unterstützung dafür wirbt, dass die Bunker am Banter See nicht ein ähnliches Schicksal erleiden. Ziel der Aktion sind 1000 Unterschriften, die an die Stadt übergeben werden sollen.

Die Stadt Wilhelmshaven als Eigentümerin der Bunker hat das Areal der ehemaligen Banter Kasernenanlage als „Banter See Park“ überplant. Direkt am See sollen attraktive Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Die Suche nach einem Investor läuft. Die Bunker spielen bei den derzeitigen Überlegungen keine Rolle.

Raddatz, der unter anderem vom UWG-Ratsherrn Franz Uwe Walpurgis unterstützt wird,hat dem städtische Immobilien zuständigen Eigenbetrieb GGS bereits vor Wochen ein Konzept für die dauerhafte Nutzung der Bunker vorgelegt. Auf eine Antwort, ob der Verein damit beginnen kann, das Konzept in die Tat umzusetzen, wartet er bis heute vergebens.

Die Hochbunker der Kriegsmarine, Baujahr 1943, seien in einem sehr guten Zustand, so Raddatz. Die Gebäude müsste gereinigt und gestrichen werden. Strom fehlt auch. Alles das könne der Verein aber in Eigenregie regeln. „Wir brauchen nur einen Beschluss - und die Schlüssel. Den Rest machen wir selbst.“