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24.11.2011


Südzentrale vor Abriss bewahren


OB Andreas Wagner und der Ratsvorsitzenden Ursula Glaser wurden 3000 Unterschriften übergeben. Die Eigentümer haben die Genehmigung, die Südzentrale abzureißen.


Die Südzentrale soll nach dem Wunsch vieler Bürger vor dem Abriss bewahrt werden. WZ-FOTO: Lübbe

Die Südzentrale soll nach dem Wunsch vieler Bürger vor dem Abriss bewahrt werden.

3133 Unterschriften übergaben Mitglieder des Vereins zum Erhalt der Südzentrale (unter anderem der Vorsitzende Rüdiger Nietiedt, vorne rechts, sowie seine Stellvertreterin Oda Griesemann, vorne Mitte) vor der Ratssitzung an Oberbürgermeister Andreas Wagner (links) und die Ratsvorsitzende Ursula Glaser (vorne, 2.v.l.). WZ-FOTOS: Lübbe

Von Maik Michalski

Wilhelmshaven - Die Südzen­trale am Südwestkai als altes Gebäude aus der Gründerzeit Wilhelmshavens muss erhalten werden. Der Verein zum Erhalt dieses Bauwerkes hat gestern zu Beginn der Ratssitzung Oberbürgermeister Andreas Wagner und der Ratsvorsitzenden Ursula Glaser (beide CDU) mehr als 3000 Unterschriften von Bürgern überreicht.

 

Seit Juli hatte der neu gegründete Verein für den Erhalt der Südzentrale geworben. Das Jugendstilgebäude bildet zusammen mit der Kaiser-Wilhelm-Brücke ein stadtbildprägendes Gebäudeen­semble. „Es muss ein Umdenken in der Politik geben, Historisches zu erhalten“, sagen der Vorsitzende Rüdiger Nietiedt, seine Stellvertreterin Oda Griesemann und Kassenwart Markus Bulla. „Wir wissen, dass das Damo­klesschwert Abriss ständig über uns schwebt.“

 

Eine Genehmigung zum Abriss liegt vor. Die Eigen­tümergesellschaft, eine Gruppe von Investoren aus Ibbenbüren, wollen diesen wohl auch, zeigt sich aber auch Gesprächen nicht abgeneigt, so Nietiedt. „Die Stadt soll mit Baufachleuten klären, wie der weitere Verfall des Gebäudes aufgehalten werden kann, und was das kostet“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Im Raum stehen Kosten von einer Million Euro - aus Sicht des Vereins viel zu viel.

 

Der Verein denkt in kleinen Schritten. Erst das Gebäude sichern, dann ergebnisoffen mit Eigentümern, Stadt und den Ratsvertretern sprechen.

Ziel sei es, das 20 000 Quadratmeter umfassende Gelände mit der Südzentrale mit in einen Masterplan für den Bereich Großer Hafen/Bontekai miteinzubeziehen.

 

Ideen für eine künftige Nutzung gibt es nach Angaben des Vereins auch schon, konkrete Konzepte allerdings noch nicht. „Dafür ist es zu früh“, so Nietiedt. Es nutze nichts, vergebenen Chancen zum Kauf der Südzentrale vor 15 Jahren nachzutrauern. Der Blick müsse immer in die Zukunft gerichtet werden.

Eines ist jedoch klar: Wenn die Eigentümer das Gebäude abreißen wollen, müssen sie dies auch bezahlen, ebenfalls wohl auch mögliche vorhandene Altlasten im Boden.

 

Alle im Rat vertretenen Parteien und Gruppen hatten sich im Kommunalwahlkampf dafür ausgesprochen, alle Chancen zum Erhalt der Südzentrale ergreifen zu wollen. „Daran muss sich jetzt die verantwortliche Politik in dieser Stadt auch messen lassen“, so der Vereinsvorstand.

Die Südzentrale ist das ehemalige Kohlekraftwerk der Kaiserlichen Marinewerft in Wilhelmshaven. Es wurde ab Ende 1908 erbaut, um die Werften des Marinestützpunktes mit Strom zu versorgen.

 

Bei einer zweiten Erweiterung des Kraftwerks wurde die Leistung auf insgesamt 15 000 PS gesteigert, was die Südzentrale zum stärksten Kraftwerk seiner Zeit machte.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Südzentrale dem Verfall preisgegeben, nachdem das Gebäude nach der Stilllegung 1993 verkauft worden war.






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