Wilhelmshaven

05.02.2009


Stielke schielt nach Filmrollen


Der Schauspielberuf verlangt nicht nur Talent, sondern auch Fleiß, Ausdauer und Zielstrebigkeit. Sebastian Stielke erzählt, wie er zu diesem Beruf gefunden hat.


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Sebastian Stielke als Leonhard in Hebbels „Maria Magdalena“ in einer Szene mit Claudia Friebel als Klara. FOTO: LANDESBÜHNE

Wilhelmshaven - Manchmal reicht auf der Bühne eine kleine Geste, um den Charakter einer Figur zu kennzeichnen. Sebastian Stielke, im dritten Jahr Schauspieler an der Landesbühne, beherrscht solche Gesten.


In Schillers „Wilhelm Tell“ zu Beginn der Spielzeit 2007/08 hält Stielke als Werner Stauffacher eine kleine Rede, an deren Ende er seine Brille abzieht und ganz lässig in die Brusttasche seines Anzugs schiebt.

Die Geste will sagen: „Hugh, ich habe gesprochen. Und jetzt mache ich Karriere.“ In „Maria Magdalena“ spielt Stielke einen Mann, der nach oben kommen will und sich nicht zu schade ist, dafür fiese Tricks anzuwenden. Auch das macht er überzeugend.

Stielke hatte das Glück, in einer Stadt aufzuwachsen, deren Bühne berühmt ist. Das Bochumer Schauspielhaus gilt als das „heimliche Staatstheater“ Nordrhein-Westfalens, ein Haus, das durch regieführende Intendanten wie Peter Zadek, Claus Peymann oder Leander Haußmann geprägt wurde.


„Ich habe die Schule geschwänzt, um als Statist mitzuwirken“. Stielke suchte die Nähe zu Schauspielern vom Format eines Wolfram Koch – und sei es als Ankleider. „Durch zugucken habe ich viel gelernt“. Einer der Höhepunkte seiner Zeit am Bochumer Schauspielhaus war, dass er in der „Urfaust“-Inszenierung von Jürgen Kruse eine dazu erfunde Figur spielen durfte, einen schwarzen Engel. Aber auch mit Leander Haußmann hat er im Jugendtheater gearbeitet. Da war es bis zum Wunsch, Berufsschauspieler werden zu wollen, nicht mehr so weit.


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