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Friesland

17.03.2012


Methadon abgegeben: Arzt aus Varel verurteilt


Die Abgabe von Methadon unterliegt strengsten Gesetzen. So darf die Ersatzdroge nur unter Aufsicht direkt in der Arztpraxis eingenommen werden.


 

Varel/Oldenburg/fjh - ­Wegen unerlaubter Abgabe der Ersatzdroge Methadon an Drogenabhängige in 671 Fällen hat das Oldenburger Landgericht gestern einen 58 Jahre alten Arzt aus Varel zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren (ausgesetzt zur Bewährung) verurteilt.

Im Rahmen der Bewährungsauflagen muss der Mediziner 10 000 Euro zahlen. Ursprünglich angeklagt waren 1189 Fälle der unerlaubten Abgabe. Das Gericht stellte aber 518 Verfahren ein, weil sich diese Fälle nicht mehr aufklären ließen.

Fünf Tage lang war der Angeklagte zu jedem einzelnen Fall der Anklage gehört worden. Nach Überzeugung des Gerichtes hatte er sein eigenes Betäubungsmittelrecht angewandt.

Dadurch soll ein möglicher Weiterverkauf und eine falsche Dosierung vermieden werden.

Der Angeklagte aber hatte den Drogenabhängigen die Ersatzdroge mit nach Hause gegeben. Nach Überzeugung des Gerichtes hatten ihm die Abhängigen leid getan. Viele Drogenabhängige seien nicht in der Lage, jeden Tag in die Arztpraxis zu kommen. Vor allem aber mache das Wochenende Probleme. In der Urteilsbegründung stellte der Vorsitzende Richter Horst Kießler klar, dass es dem Mediziner nicht um Umsatz und Gewinn gegangen sei. Er habe nur helfen wollen.

Die Verfahren wegen Abrechnungsbetruges zum Nachteil der Krankenkassen wurden eingestellt.