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23.04.2012


Läufer trotzen Schmuddelwetter


Das größte Teilnehmerfeld gab es über zehn Kilometer. Hier gingen 240 Aktive an den Start.


Peter Torkler schickte im Stadion an der Beethovenstraße nicht nur die 10 km-Läufer (Foto) auf die Strecke. Insgesamt vier Läufe und eine Walking-Distanz wurden angeboten. 610 Teilnehmer hatten gemeldet, 559 kamen ins Ziel.      WZ-FOTO:    Knothe

Peter Torkler schickte im Stadion an der Beethovenstraße nicht nur die 10 km-Läufer (Foto) auf die Strecke. Insgesamt vier Läufe und eine Walking-Distanz wurden angeboten. 610 Teilnehmer hatten gemeldet, 559 kamen ins Ziel. WZ-FOTO: Knothe

Von Martin Münzberger

Schortens - Nein, der Schortenser Straßenlauf ist in der 33. Auflage nicht auf den Hund gekommen. Die Veranstalter lassen auf Nachfrage aber Hunde zu. Deshalb wurden gestern im Stadion an der Beethovenstraße in den vier Laufwettbewerbe sowie einem Walking-Angebot 610 Menschen und die 14 Monate alte „Belisha“ gezählt.

 

Angesichts der durchwachsenen Witterungsbedingungen - immer wieder gingen kräftige Schauer nieder - zeigte sich Organisator Gerd Remmers vom Heidmühler FC mit der Teilnehmerzahl, darunter allein 240 Starter im 10 km-Lauf, sehr zufrieden.

Das galt auch für „Belisha“-Frauchen Vera Plate aus Friesoythe. Im 5 km-Lauf wurde sie von ihrer Begleitung auf vier Pfoten förmlich aus dem Stadion getrieben, obwohl der Lauf eher als lockere Trainingseinheit ohne Zeitdruck geplant war. Der kam hinterher. Plate: „Um 14.25 Uhr starte ich noch in Papenburg - ohne Hund. Und auf Zeit.“

 

Keine Eile hatte im Halbmarathon auch Vorjahressieger Andreas Zoll aus Oldenburg. Auf der Zielgeraden ließ nach einer kurzen Absprache Zoll (Jg. 1970) den Nachwuchs vor. So gewann Pascal Wedeken (Ammerland, Jg. 1990) die 21,1 Kilometer in 1:25:50 Stunden mit zwei Sekunden Vorsprung. Zoll hatte sieben Kilometer lang geführt, dann den Ex-Fußballer des TV Neuenburg vorbeiziehen lassen müssen, um ihn später wieder zu „stellen“. „Es hat Spaß gemacht, zusammen zu laufen, auch wenn ich auf den Kopfsteinpflaster-Stellen wegen des Regens etwas vorsichtig war. Ansonsten haben wir uns gegenseitig gezogen. Das hilft.“

 

Zufrieden war auch Wedeken über seinen ersten Halbmarathon-Sieg. Für die weiteren Läufe allerdings machte das die Entscheidung, wo künftig der Schwerpunkt liegen soll, nicht einfacher. „Im vergangenen Jahr habe ich beim Jever-Fun-Lauf den 1o km-Lauf bestritten, dann in 4:30 in Oldenburg meinen ersten Marathon absolviert und jetzt das.“

 

Eine ordentliche Zeit legte angesichts der Regenschauer und seines einsamen Rennens 10 km-Männersieger Christian Eichinger (Lemwerder) hin, mit der er Vorjahressieger Martin Gyöngyösi (Vareler TB) um mehr als eine Minute auf Distanz hielt. Eichinger (Bestzeit: 33:26) hatte eine „tiefe“ 34er-Zeit geplant und war mit seinen 34:27 Minuten ebenso zufrieden wie sein Trainer Karl Spieler.

 

Der Coach hatte seinem Schützling den Start in Schortens verordnet, nachdem Eichinger bei den Landesmeisterschaften vor einer Woche in Norden über 10 km in 35:19 Minuten nicht ganz auf der Höhe gewesen war. Spieler: „In so einem Fall muss man nachlegen, um stabil zu werden und das richtige Tempogefühl zu bekommen.“

 

„Wo waren die richtig guten Läufer“, fragte sich nach dem Zieldurchlauf der 5 km-Sieger Frank Schütze aus Wilhelmshaven, der eigentlich unter der 20 Minuten-Marke bleiben wollte, mangels Konkurrenz allerdings die Kurve nicht bekam. „Nach zwei Kilometern war ich schon zehn Sekunden zu langsam. Da war mir klar: das wird nichts mehr.“ So war die 33. Auflage des Straßenlaufs für den „Schön-Wetter-Läufer“ (Eigeneinschätzung) und ehemaligen Marathonmann eine gute Trainingseinheit - und Anlass, die mittelfristige Zukunft neu zu planen. Schütze: „Jetzt muss ich am 1. Mai wohl in Gristede laufen.“

 

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