Friesland

24.03.2012


IVG Caverns GmbH plant in Etzel "Mini-Kaverne" für Wasserstoff


Da die Produktion regenerativer Energie von Wind und Wetter abhängig ist, könnte der Strom für die Wasser-Elektrolyse benutzt und so Wasserstoff gewonnen werden.


Diese Grafik stellt die Senkungsmulde im Kavernenfeld zwischen Etzel und Horsten dar. In der Mitte, am tiefsten Punkt, ist bis zum Jahr 2060 mit einer Bodensenkung von 2,30 Meter zu rechnen. WZ-Archiv-FOTO: Lübbe

 

Etzel/gra - Die Energiewende findet auch in Etzel statt. Bis 2050 soll 80 Prozent des deutschen Strombedarfs aus regenerativen Energiequellen stammen. Da die Produktion von Wind und Wetter abhängig ist, könnte der Strom für die Wasser-Elektrolyse benutzt und so Wasserstoff gewonnen werden.

Der wiederum könnte in ertragsschwachen Zeiten ins ErdgasNetz gepumpt werden, um die Versorgung zu sichern.

Freilich sind dazu gewaltige Speicherkapazitäten für Wasserstoff nötig - Kavernen zum Beispiel wie im Salzstock von Etzel. „Die Kavernen haben das größte Speicherpotenzial“, sagte gestern Manfred Wohlers, Geschäftsführer der IVG Caverns GmbH, in der Sitzung des Kavernenbeirats.

Nach Wohlers? Worten ist in Etzel eine Demonstrationsanlage mit einer „Mini-Kaverne“ geplant. Gemeinsam unter anderem mit einem Windenergieanlagen-Hersteller und einem auf Elektrolyse spezialisierten Unternehmen wolle die IVG untersuchen, inwieweit die Speicherung von Wasserstoff in großem Maßstab technisch machbar sei. Denn bei diesen Fragen gebe es noch sehr viel Forschungsbedarf. Einzelheiten wie etwa die Frage nach dem Baubeginn für die Demonstrationsanlage seien allerdings noch offen, sagte Wohlers.

In logischer Konsequenz bedeuten diese Pläne, dass die Erdöl- und Erdgas-Kavernen der IVG ab dem Jahr 2050 nicht verschlossen und „endverwahrt“, sondern weiterbetrieben werden könnten. Und dann dürfte sich der Senkungsprozess im Kavernenfeld fortsetzen.

Laut Gutachten wird sich bis 2060 eine Senkung von maximal 2,30 Meter am tiefsten Punkt ergeben. Die Auswirkungen der Bodensenkung sind wie berichtet Thema der Leitbildentwicklung „Kulturlandschaft Etzel“.

Wie IVG-Projektleiter Klaus Wodarz berichtete, hat ein Untersuchungsteam inzwischen 7000 Objekte im Raum Friedeburg-Etzel-Marx-Horsten-Neustadtgödens erfasst. Nun werde eine Gefährdungsanalyse erstellt. Für betroffene Gebäude sei eine Beweissicherung geplant: Der Ist-Zustand wird im Hinblick auf eventuelle Schäden durch die Bodensenkung dokumentiert. Noch vor der Sommerpause sollen die Hauseigentümer informiert werden.

An der Kavernenbeiratssitzung nahmen mit Bürgermeister Josef Wesselmann und Ratsfrau Ruth Bohlke erstmals Vertreter der Gemeinde Sande teil. Mit Rolf Neuhaus saß auch der Landkreis Friesland mit am Tisch. Wie berichtet erstreckt sich das geplante Kavernenfeld mittlerweile auch auf einen Zipfel der Gemeinde Sande.

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