Wilhelmshaven

24.08.2014


Geschwader noch im Umbruch


Der scheidende Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders warnte: „Nicht alles dem Wirtschaftlichkeitsdenken unterordnen.“


Im Beisein von Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen (Mitte), Kommandeur der Einsatzflottille 2, übergab Kapitän zur See Kay-Achim Schönbach (li,) das Kommando über das 4. Fregattengeschwader an Fregattenkapitän Thorsten Marx.     WZ-FOTO:    LüBBE

Im Beisein von Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen (Mitte), Kommandeur der Einsatzflottille 2, übergab Kapitän zur See Kay-Achim Schönbach (li,) das Kommando über das 4. Fregattengeschwader an Fregattenkapitän Thorsten Marx. WZ-FOTO: LüBBE

 

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Mit einer Liebeserklärung an die Stadt Wilhelmshaven verabschiedete sich der Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, Kapitän zur See Kay-Achim Schönbach (49), in Richtung Berlin.

An Bord der Fregatte „Lübeck“ übergab er gestern im Marinearsenal das Kommando an Fregattenkapitän Thorsten Marx (46). Schönbach wird künftig das Referat Strategie und Einsatz im Verteidigungsministerium leiten.

Das 4. Fregattengeschwader befindet sich im Umbruch. Im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr wird das Geschwader verkleinert und modernisiert. Die Fregatten vom Typ 122 werden aktuell außer Dienst gestellt und nach und nach durch die neuen Fregatten F 125 ersetzt. „Als ich vor 691 Tagen das Kommando übernahm, hatte ich noch siebeneinhalb Schiffe - jetzt sind es nur noch vier“, schilderte Schönbach. „Ich werde Wilhelmshaven, Geschwader und unsere Flottille vermissen, am meisten aber die Frauen und Männer auf den Schiffen.“

Schönbach ließ Wehmut darüber durchklingen, dass er so traditionsreiche, kampf- und uneingeschränkt seetaugliche Schiffe wie zum Beispiel die Fregatte „Emden“ außer Dienst stellen musste. Er könne seinem Nachfolger leider kein bestelltes Haus, sondern nur ein Geschwader im Umbruch übergeben. Der Kapitän warnte davor, alle Entscheidungen in der Bundeswehr dem Wirtschaftlichkeitsdenken unterzuordnen. „Wir dürfen die Attraktivität des Seefahrer- und Soldatenberufs nicht kaputt sparen.“