08.11.2012


Ganz nah dran - an den Söhnen Mannheims


„Ganz nah dran“: Die „Söhne Mannheims“ spielten im fast ausverkauften „Pier 2“ in Bremen. Auch ohne Frontmann Xavier Naidoo hatten sie keine Probleme, die knapp 2000 Fans zu begeistern. News & Sound war ganz vorne dabei – Erfahrungsbericht eines Fans.


Die Söhne Mannheims gaben ein tolles Konzert.     FOTOS:    Geisler

Die Söhne Mannheims gaben ein tolles Konzert. FOTOS: Geisler

Andreas Bayless und Michael Klimas.

Andreas Bayless und Michael Klimas.

 

Von Kim Geisler

„Wir haben ein Date im Pier 2“, stand auf dem Zettel, der vor einigen Monaten nach der Mittagspause auf meiner Tastatur lag. Meine Schwester hatte ihn geschrieben und ich wusste sofort, was das bedeutet: Die„Söhne Mannheims“, unsere absolute Lieblingsband, geben ein Konzert in Bremen.

Dann ist der Tag des Konzerts endlich gekommen. Auf dem Weg nach Bremen stimmen wir uns mit der Musik unserer Lieblingsgruppe ein. Schnell noch ein kleiner Einkaufsbummel, dann warten wir vor der Konzerthalle - wir sind die Ersten. Gute Chancen also auf einen Platz in der ersten Reihe. „Ganz nah dran“ lautet der Name der Tour - und er macht ihr alle Ehre. Als ich um die Ecke zum Künstlereingang schaue, traue ich meinen Augen nicht: Dort stehen tatsächlich drei Bandmitglieder. Ich nutze die Gelegenheit und lasse mein T-Shirt signieren.

19 Uhr: Endlich werden die Türen geöffnet. Geschafft! Meine Schwester und ich stehen in der ersten Reihe. Nun warten wir noch eine Stunde auf die Vorband „Segard“ aus Nürnberg. Ich bin zunächst skeptisch, da ich eher kritische Kommentare zu der Band, die deutsche Rockmusik spielt, gelesen und gehört habe. Als die vier jungen Männer dann aber auf der Bühne stehen, werde ich positiv überrascht, da sie eine überzeugende halbstündige Show abliefern.

Wieder müssen wir warten. Die Bühne wird umgebaut. Eine halbe Stunde später geht das Licht aus, das Publikum applaudiert und jubelt. Zuerst kommen die Musiker auf die Bühne, dann die Sänger. Mit dem Song „Neustart“ eröffnen sie das rund zweistündige Programm. Neustart vielleicht deshalb, weil der eigentliche „Frontmann“ Xavier Naidoo sowie der Gründer der Band, Michael Herberger, bei dieser Tour nicht dabei waren?

Neben Hits wie „Geh davon aus“ spielen sie an diesem Abend auch neue, bisher unveröffentlichte Songs. Das Gesangstrio mit Henning Wehland, Michael Klimas und
Tino Oac gibt dem Publikum Hilfestellung, damit alle bei den Refrains mitsingen können.Abwechselnd sollen die Männer und Frauen beim neuen Song „One Love“ ihr Können unter Beweis stellen.

Zur Mitte des Konzerts spielen sie dann mein Lieblingslied „Vielleicht“ vom zweiten Album „Noiz“. Ein sehr emotionaler Moment, bei dem auch Tränen fließen. Die rund zwei Stunden, in denen die zwölf „Söhne“ auf der Bühne rocken, vergehen leider viel zu schnell. Als sie am Ende von der Bühne gehen, jubelt und applaudiert das Publikum weiter. Mit Erfolg, denn es gibt natürlich noch eine Zugabe. Tino Oac und Michael Klimas sowie der Pianist Florian Sitzmann, die nun allein auf der Bühne stehen, sorgen mit dem Song „Volle Kraft voraus“ für Gänsehaut-Feeling.

„Jetzt wollen wir mal Eure Textkenntnisse testen“, heißt es bei der vorletzten Zugabe, als die Band wieder komplett auf der Bühne steht. Und natürlich kann das Publikum der Band zeigen, dass es den Text sehr wohl kennt. Die letzte Zugabe ist der Song „Gesucht und Gefunden“, bei dem noch einmal die Feuerzeuge herausgeholt und die Arme im Takt geschwenkt werden.

Beim Verlassen der Halle erleben wir eine große Überraschung. Einige Bandmitglieder stehen bereits draußen, geben Autogramme und lassen sich mit ihren Fans fotografieren. So wird auch mein Shirt um weitere Unterschriften bereichert und die Speicherkarte meiner Digitalkamera glüht. Besonders Bernd Hermann, einer der zwei Schlagzeuger, hat mich begeistert. Mit seinen langen schwarzen Haaren und der Brille erinnert er eher an Ozzy Osbourne, doch als er mit seinem Mannheimer Dialekt einfach fröhlich und locker mit uns über das Konzert „babbelt“, bin ich sprachlos.

Henning Wehland, der fast als letztes das Pier 2 verlässt, nimmt sich auch kurz Zeit für uns und gibt mir sogar die Hand. Dass es regnet, macht uns in diesem Moment auch nichts mehr aus.