Top-Thema

30.11.2013


Fregatte "Emden" außer Dienst gestellt


Zur Außerdienststellung demonstrierten viele ihre Verbundenheit mit der „Emden“. Und bei den Reden schwang die Zuversicht mit, dass es auch künftig wieder eine „Emden“ geben wird.


Die Fregatte „Emden“ ist mit dem Befehl des letzten Kommandanten Hendrik Hülsmann - „Hol? nieder Flagge und Wimpel“ - außer Dienst gestellt worden.      WZ-FOTO:    Gabriel-Jürgens

Die Fregatte „Emden“ ist mit dem Befehl des letzten Kommandanten Hendrik Hülsmann - „Hol? nieder Flagge und Wimpel“ - außer Dienst gestellt worden. WZ-FOTO: Gabriel-Jürgens

 

Von Michael Halama

Wilhelmshaven - Nach mehr als 30 Jahren ist gestern eine Ära in der Marine zu Ende gegangen: Mit dem Befehl „Hol? nieder Flagge und Wimpel“ wurde die Fregatte „Emden“ außer Dienst gestellt. Damit sind nun drei von acht Einheiten der Klasse F 122 Geschichte. Schwerer noch wiegt für viele die Tatsache, dass gleichzeitig der traditionsreiche Name „Emden“ auf absehbare Zeit aus der Flottenliste gestrichen wird. Denn nach der ersten „Emden“ (1908) fuhren vier weitere Kriegsschiffe unter diesem Namen zu See.

Der letzte Kommandant, Fregattenkapitän Hendrik Hülsmann, konnte unter den zahlreichen Gästen auch den ersten Kommandanten der fünften „Emden“ begrüßen, Kapitän zur See a.D. Dietrich von der Planitz (kl. Bild). Er hatte das Schiff 1983 in Dienst gestellt. Nach ihm führten zwölf weitere Männer die Fregatte. Rund 807 000 Seemeilen hat die „Emden“ in den 30 Jahren zurück gelegt - das entspricht über 37 Erdumrundungen. Die Besatzungen haben mit ihrem Schiff 129 Häfen in 48 Ländern besucht. Und erfolgreich an 14 mandatierten Einsätzen teilgenommen - darunter zweimal an der Anti-Piraterie-Mission „Atalanta“. Die Kollision mit der KW-Brücke im Jahr 1998 hingegen bezeichnete Hülsmann in seiner Rede als eine der schwärzesten Stunden“ des Schiffes.

„Es war schon ein komisches Gefühl, im Juni ein einsatzklares Schiff ins Arsenal zu verlegen“, sagte der scheidende Kommandant. Nun sei es gut zu wissen, dass auf jeder Einheit der Einsatzflottille 2 mindestens ein „Emden“-Besatzungsmitglied weiter zur See fährt. Mit Blick auf die ehrenvolle Geschichte der ersten „Emden“ (die WZ berichtete) und ihren Vorbildcharakter auch für die heutige Marine warb Hülsmann dafür, dass es auf in Zukunft ein Schiff mit diesem Namen geben möge.