Wilhelmshaven

11.06.2009


„Emdenfamilie“ mit langer Tradition


Vom 11. bis 14. Mai treffen sich über 60 Nachfahren der damaligen Besatzung in Wilhelmshaven. Die Ursprünge der Gemeinschaft reichen zurück bis ins Jahr 1923.


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Der Kleine Kreuzer SMS „Emden“, das erste von mittlerweile fünf Schiffen mit diesem Namen. FOTO: WZ-BILDDIENST

Wilhelmshaven - Ausgerechnet das Familienoberhaupt trägt keinen Doppelnamen: Flottillenadmiral a. D. Henning Bess (seit Ende Mai ist er im Ruhestand) fehlt der Namenszusatz „-Emden“.

 

Nach Ende des Ersten Weltkrieges war den Überlebenden der Besatzung des Kleinen Kreuzers „Emden“, ihren Angehörigen und Nachkommen, zugestanden worden, ihren Familiennamen den Zusatz „-Emden“ anzufügen.

Damit sollten die außergewöhnlichen Leistungen gewürdigt werden (siehe Info-Kasten). Die nachfolgenden Schiffe erhielten das Recht, eine Nachbildung des „Eisernen Kreuzes“ zu führen. Das trägt auch die heutige Fregatte „Emden“ als fünftes Schiff mit diesem Namen.

 

Henning Bess setzt eine Familientradition fort: Großvater Hans war Erster Offizier (IO) auf dem Kleinen Kreuzer, Vorgänger des IOs Hellmuth von Mücke. Deshalb fehlt bei ihm der Zusatz „-Emden“. Und der ehemalige Marineoffizier Hans-Henning Bess, der Vater von Henning, war ebenfalls Oberhaupt der Emdenfamilie.

 

Die jährlichen Treffen an verschiedenen Orten organisiert seit vielen Jahren in Abstimmung mit Bess der Wilhelmshavener Uwe Lange-Emden. Seit vergangenem Jahr ist der ehemalige Truppenverwaltungsbeamte im Ruhestand. Für das Wochenende hat er ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt, das selbstverständlich maritim geprägt ist: Labskausessen, eine Besichtigung der Fregatte „Hamburg“ und mehrerer Museen stehen an. Am Sonnabend dann als Höhepunkt ein Festabend.

 

Die Emdenfamilie, so Uwe Lange-Emden, ist eine lockere Gemeinschaft, die ihren Ursprung im Jahr 1923 hat. Erst seit Ende der 50er-Jahre sind auch die Frauen dabei. „Wir treffen uns heute noch, um an die Tradition unserer Vorväter anzuknüpfen und um unsere Freundschaften zu pflegen.“ Erwartet werden unter anderem Björn von Mücke, Sohn des damaligen Ersten Offiziers, und Heidi Hennig, die Enkeltochter des Kommandanten Karl von Müller.