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Friesland

02.02.2012


Einen Supermarkt in Horsten gibt es nur durch Selbsthilfe


Die Gemeinde Friedeburg lud Bürger zu einem Informationsabend ein. Eine schnelle Lösung in Sachen fehlender Lebensmittelmarkt ist nicht in Sicht.


Bürgermeisterin Karin Emmelmann (stehend) und Michael Weerning von der Markant Nordwest Handels-GmbH & Co. KG informierten die rund 250 Horster Bürger.      WZ-FOTO:    Lübbe

Bürgermeisterin Karin Emmelmann (stehend) und Michael Weerning von der Markant Nordwest Handels-GmbH & Co. KG informierten die rund 250 Horster Bürger. WZ-FOTO: Lübbe

Von Manfred Lehmann

Horsten - Selbsthilfe ist die einzige Lösung für die rund 2200 Einwohner von Horsten, wenn es darum geht, zur Nahversorgung im Dorf wieder einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. So jedenfalls sieht es Michael Weerning, Existenzgründungsfachmann der zur Bünting-Gruppe gehörenden Markant Nordwest Handels-GmbH & Co.

KG in Leer.

 

Am Beispiel von Welbergen, einem Stadtteil von Ochtrup in Nordrhein-Westfalen, empfahl er die Gründung einer Bürgergenossenschaft als Träger eines Marktes.

Mehr als 250 Horster Bürger waren der Einladung der Gemeinde Friedeburg zu einem Informationsabend gefolgt. Nach hundert Minuten Diskussion blieben die Meinungen aber geteilt. Während eine Genossenschaft diverse Fürsprecher fand, schienen andere weniger überzeugt, zumal damit auch ein Risiko für die Genossen verbunden wäre.

 

Beschlossen wurde, die Gespräche im kleinen Kreis fortzusetzen und vorhandene Geschäftsleute, wie Bäcker, Schlachter und Papierladen, einzubeziehen. Bürgermeisterin Karin Emmelmann machte die Lebensmittelversorgung in Horsten zum Thema, nachdem auch der Schlecker-Markt geschlossen worden ist. Von der Gemeinde werde eine Lösung des Problems erwartet, dabei komme es auch zu Vorwürfen gegen die Bürgermeisterin.

 

Ein Bürger habe geäußert, er habe sie nicht wegen ihrer blauen Augen gewählt. „Doch Aldi, Netto und Combi gab es in Friedeburg schon vor meiner Zeit und die Hälfte aller Autos vor dem Markt in Wiesmoor haben WTM-Kennzeichen“, sagte sie. Horsten sei ein weißer Fleck zwischen den Großmärkten in Friedeburg, Zetel und Sande geblieben, weil nicht sicher sei, dass sich einer wirtschaftlich rechne.

 

Horster Bürger würden nach Berechnungen von Existenzgründer Weerning 3,2 Millionen Jahresumsatz machen. „Eine Million davon bringen Sie in Läden der Marktketten Aldi, Lidl, Netto und Combi und Sie würden dort auch in Zukunft ihre Schnäppchen machen und hier nur das kaufen, was sie bei Aldi oder Lidl vergessen haben“, hielt er seinen Zuhörern vor.

 

Für einen Lebensmittelmarkt in Horsten blieben nur 600 000 Euro Jahresumsatz. „Es funktioniert also nicht. Bei dieser Summe würde ich nicht mal einen Kiosk aufmachen.

 

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.