Logo WZonline


Friesland

14.10.2006


Die „Wiege der Flugabwehr“ im Objektschutz


Von: JG

der früheren Wangerland-Kaserne

Hohenkirchen/Upjever/gra Mit dem Auflösungsappell für die Wangerland-Kaserne am 17. März 2003 schien die Geschichte der Gemeinde als Bundeswehrstandort beendet zu sein. Gestern aber rückte wieder ein Kontingent von rund 100 Soldaten und Soldatinnen in die frühere Kaserne ein – allerdings nur für einen halben Tag: Mit einem feierlichen Appell schlossen die Gemeinde Wangerland und das I.

Bataillon des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ eine Patenschaft. Damit findet das Miteinander von Gemeinde und Bundeswehr in neuer Form eine Fortsetzung. Hohenkirchen ist gewissermaßen „die Wiege der Flugabwehr im Objektschutz der Luftwaffe“, heißt es in der Patenschaftsurkunde, die Bürgermeister Joachim Gramberger und Oberstleutnant Markus Kurczyk, Kommandeur des I. Bataillons, unterzeichneten. Vor zehn Jahren war in Hohenkirchen eine Flugabwehrraketenstaffel aufgestellt worden, die später als „Stinger“-Staffel ins Objektschutzregiment eingegliedert wurde und inzwischen in Wittmund stationiert ist.

Angesichts dieses gemeinsamen Hintergrundes entwickelten Gramberger und Kurczyk die Idee der Patenschaft. Sie erinnere an die mehr als drei Jahrzehnte, die das Wangerland Heimat von Bürgern in Uniform gewesen sei, sagte Gramberger. Die Patenschaft dokumentiere aber auch die anhaltende Verbundenheit mit der Bundeswehr.

„Wir brauchen dringend die Unterstützung der ganzen Gesellschaft“, hob Kurczyk mit Blick auf die Auslandseinsätze hervor: Sie stellten eine besondere Belastung für die Soldaten und Soldatinnen sowie deren Familien dar.

Bei dem Appell wurde auch ein 40-köpfiges Kontingent verabschiedet, dass in zehn Tagen für vier Monate nach Afghanistan verlegt wird. Mit dabei ist auch Kurczyk. Leutnant Jann Baumann, Zugführer des Afghanistan-Kontingents, erhielt von Gramberger ein Ortsschild, dass im fernen Mazar-e-Sharif aufgestellt werden soll. Beim anschließenden Empfang in der Event-Halle der Spielstadt sprach der Kommandeur des Objektschutzregiments, Oberst Karl-Heinz Kubiak, Bürgermeister Gramberger seinen Dank dafür aus, das Miteinander von Soldaten und Öffentlichkeit leben zu wollen. Das passe auch zum Regimentsmotto „Semper communis“ (immer gemeinsam).

Zahlreiche Gäste und Angehörige der Objektschützer waren zu dem Appell in die Spielstadt gekommen, außerdem Repräsentanten der Gemeinde Wangerland sowie Heide Bastrop, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Schortens, und Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es Gelegenheit, sich über Ausrüstung und Auftrag der Objektschützer zu informieren. Abends spielte die Band „Detonators“ auf, die aus Bundeswehrangehörigen besteht. Fürs leibliche Wohl sorgten die Objektschützer und die Spielstadt-Betreiber.

 

Das Bild zum Bericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe der WZ