Wilhelmshaven

23.01.2012


DGB-Stadtverband Wilhelmshaven mahnt: Wachsam sein und Kritik üben


Der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Axel Opitz forderte Stadt und Landkreis zur Mitarbeit im Netzwerk gegen Rechts auf. Er begrüßte die Gäste des Neujahrsempfangs im Wilhelm-Krökel-Saal.


Blickten auf 2011 zurück und nannten Ziele für 2012 (von links): Ulrich Gransee, DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt, Marianne Kaiser-Fuchs, stellvertretende Landrätin aus Friesland, Oberbürgermeister Andreas Wagner, DGB-Stadtverbandsvorsitzender Axel Opitz und Gewerkschaftssekretärin Dorothee Jürgensen.   WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Blickten auf 2011 zurück und nannten Ziele für 2012 (von links): Ulrich Gransee, DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt, Marianne Kaiser-Fuchs, stellvertretende Landrätin aus Friesland, Oberbürgermeister Andreas Wagner, DGB-Stadtverbandsvorsitzender Axel Opitz und Gewerkschaftssekretärin Dorothee Jürgensen. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Von Kristin Hilbinger

Wilhelmshaven - „Rechtes Gedankengut ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“ Das sagte Ulrich Gransee vom DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt beim Neujahrsempfang des Stadtverbandes Wilhelmshaven am Sonnabend im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses.

 

Zuvor hatte dort der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Axel Opitz sowohl die Stadt Wilhelmshaven als auch den Landkreis Friesland zur Mitarbeit im hiesigen Netzwerk gegen Rechts aufgefordert. Aktive Neonazis aus Wilhelmshaven haben laut Opitz Gewerkschafts- und Netzwerkmitglieder in der jüngeren Vergangenheit bedroht und angegriffen.

 

Einige Wilhelmshavener Rechtsextreme haben sich nach Angaben des Stadtverbandsvorsitzenden inzwischen dem Motorradclub „Red Devils“ angeschlossen, der als Unterstützer-Club der „Hells Angels“ gilt und sich im Oktober 2010 in Wilhelmshaven niedergelassen hat.

 

In seinem Grußwort blickt Axel Opitz außerdem im Hinblick auf das Thema Arbeit auf das Jahr 2011 zurück. Die Zahl der Kurzarbeiter sei zurückgegangen und es habe auch wieder Einstellungen gegeben. „Aber nur in prekäre Arbeitsverhältnisse“, sagte Opitz und zählte Leiharbeit sowie 400-Euro-Jobs und Minijobs auf.

Dieses Thema sei nicht nur ein bundespolitisches, betonte Opitz: „Jeder zehnte Leiharbeiter muss sein karges Gehalt mit Hartz IV aufstocken. Das ist auch eine Belastung für die Kommunen.“

Opitz ging außerdem auf den verlorenen Kampf um die rund 400 Arbeitsplätze in der Wilhelmshavener Raffinerie zurück, von denen nur 48 erhalten werden konnten, nachdem die Raffinerie in ein Tanklager umgewandelt wurde. Auch die Zusammenlegung der Arbeitsagenturen Wilhelmshaven und Oldenburg sowie die zeitweilige Angst um Arbeitsplätze im Marinearsenal nannte Opitz als wichtige Themen im vergangenen Jahr. Ziel für das neue Jahr seien weiterhin faire Löhne, gute Arbeit und soziale Sicherheit.

Das ist auch das, was Oberbürgermeister Andreas Wagner nach eigenem Bekunden möchte. Sein Hauptziel sei es, die Arbeitslosenquote von derzeit zwölf Prozent deutlich zu senken. Allerdings machte er auch deutlich: „Wir werden nie auf 100 Prozent sozialversicherungpflichtige Arbeitsplätze kommen.“

Dennoch sei er jeden Tag unterwegs, um neue Firmen für Wilhelmshaven und damit auch neue Arbeitsplätze zu gewinnen.

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.