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Friesland

23.03.2011


Bilanz ist positiv: „Platt-Schapp“ für Kindergärten


Mit vielfältigen Aktionen und Gesprächsterminen haben Wolfgang Busch und Georg Schwitters den Gedanken von der Pflege des Niederdeutschen in die Kommunen getragen.


Die Plattdeutsch-Beauftragten (von links) Georg Schwitters und Wolfgang Busch stellten gestern das „Platt-Schapp“ vor - zur Freude auch von Landrat Sven Ambrosy, 1. Kreisrat Peter Wehnemann und Schulamtsleiter Stefan Thöle.      WZ-FOTO:    Lübbe

Die Plattdeutsch-Beauftragten (von links) Georg Schwitters und Wolfgang Busch stellten gestern das „Platt-Schapp“ vor - zur Freude auch von Landrat Sven Ambrosy, 1. Kreisrat Peter Wehnemann und Schulamtsleiter Stefan Thöle. WZ-FOTO: Lübbe

Jever/gra - Plattdeutsch stößt in Friesland auf immer größeres Interesse. Das berichteten die ehrenamtlichen Plattdeutsch-Beauftragten Georg Schwitters (Schortens) und Wolfgang Busch (Varel) gestern in einem Bilanzgespräch.


Die beiden waren 2008 in das neu geschaffene Amt gerufen worden und hatten noch im selben Jahr die erste „Plattdüütsch-Week“ organisiert.

2010 folgte die zweite Plattdeutsch-Woche, der erneut ein großer Erfolg war.


Inzwischen gibt es kreisweit ein Team von 40 Aktiven, die vor allem an Grundschulen, aber auch an allgemein bildenden Schulen Arbeitsgemeinschaften für Plattdeutsch anbieten. Die Resonanz auf den plattdeutschen Lesewettbewerb der Oldenburgischen Landschaft sei so deutlich gestiegen, sagte Busch: „Dat mookt bannig Spooß.“


Mit vielfältigen Aktionen und noch mehr Gesprächsterminen haben Busch und Schwitters den Gedanken von der Pflege des Niederdeutschen in die Kommunen getragen. Mit einem „Platt-Schapp“, einem Rollschrank mit (Bilder-) Büchern und CDs für Kindergärten, wollen Schwitters das Plattdeutsche weiter fördern. Für dieses Jahr ist auch ein Büchlein mit den Plattdeutsch-Namen von „Planten un Blömen“ (Pflanzen und Blumen) geplant. Außerdem sollen Ortsschilder künftig „zweisprachig“ sein.


Busch und Schwitters wollen aber auch „nach oben“ wirken und unterstützen die Initiative des Niedersächsischen Heimatbundes für ein Gesetz zu Förderung und Erhalt der niederdeutschen Sprache. Die Obrigkeit habe etwas gutzumachen, schließlich habe sie die Seuche der „Platt-Blindheit“ im Land gefördert, sagte Schwitters.


Unterstützung finden die Beauftragten beim Landkreis: Der Kreistag hat sich in einer Resolution für dieses Gesetz ausgesprochen. Außerdem stellt er für die Förderung des Plattdeutschen auch in diesem Jahr 15 000 Euro bereit.