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14.06.2012


"Berlin" von Atalanta-Einsatz zurück


Das Beste, was die Marine derzeit für den Einsatz zu bieten hat: Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" ist vom "Horn von Afrika" zurück. Vor der Küste Somalias wurden 24 Geiseln aus Piratenhand befreit.


Soldaten und Gäste beim Einlaufen an Deck der „Berlin“.      WZ-FOTO:    Knothe

Soldaten und Gäste beim Einlaufen an Deck der "Berlin". WZ-FOTO: Knothe

Rote Rosen und ein Kuss als Willkommensgruß: Jennifer Pinno empfängt ihren Hauptgefreiten Patrick Simons

Rote Rosen und ein Kuss als Willkommensgruß: Jennifer Pinno empfängt ihren Hauptgefreiten Patrick Simons

Von Michael Halama

Wilhelmshaven - Majestätisch schiebt sich die „Berlin“, unterstützt von zwei Schleppern, in den Hafen des Marinestützpunktes. Hinter ihr schwebt einer der beiden „Sea King“-Hubschrauber, donnert plötzlich am Schiff und den Wartenden auf der Pier vorbei.

Dort stehen zwischen den vielen Angehörigen in einer fröhlichen Gruppe zwei Mädchen mit blonden Zöpfen: Lilly (6) und Leni (2) tragen selbst bemalte T-Shirts, auf denen die „Berlin“ zu erkennen ist. „Wir holen Florian Kißling ab, einen guten Freund von uns“, ist zu hören.

Für beste Unterhaltung sorgt das Polizeimusikkorps Niedersachsen unter der Leitung von Thomas Boger. Für ihren tollen Auftritt - von „Kameraden auf See“ bis Liedern von Glenn Miller war einiges dabei - gibt es begeisterten Applaus.

Ende Januar hatte der Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“ Wilhelmshaven verlassen und mit seiner 230-köpfigen Besatzung Kurs aufs Horn von Afrika genommen. Als erster EGV nahm das Schiff an der Anti-Piraterie-Mission „Atalanta“ teil - und wurde dabei wie eine Fregatte eingesetzt. Gleich in den ersten Wochen griff die „Berlin“-Besatzung acht
Piraterieverdächtige in See auf und brachte sie nach Somalia, befreite 25 Geiseln aus der Hand somalischer Piraten an Bord der gekaperten indischen Dhau „Ashma“.

Bei einer Hilfeleistung in See traf die „Berlin“ später in Begleitung einer italienischen Fregatte auf eine Dhau, die in einem „technisch desolaten Zustand“ war und rund 100 Menschen an Bord hatte. Da eine Reparatur nicht infrage kam , wurde eine zweite Dhau zu Hilfe gerufen, die das defekte Schiff in Schlepp nahm.

Außerdem begleitete der EGV im Rahmen des „Atalanta“-Einsatzes drei Schiffe des Welternährungsprogrammes (Hauptauftrag der Mission) und sicherte im Golf von Aden die Handelsschiffe im internationalen Korridor.

„Die ,Berlin? hat demonstriert, dass sie derzeit das Beste ist, was die Marine für diesen Einsatz bieten kann“, sagt Fregattenkapitän Martin Waldmann stolz. „Wir sind zwar nicht so schnell wie die Fregatten, aber das gleichen wir unter anderem mit den leistungsfähigeren Hubschraubern wieder aus.“ Die Leistung auch habe international große Anerkennung gefunden, so der Kommandant.

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.