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01.03.2014


Abriss zwei Monate aufgeschoben


Die Eigentümer der Südzentrale haben sich bereit erklärt, von einem Abriss des Industriedenkmals in den nächsten zwei Monaten Abstand zu nehmen. Allerdings stellen sie einige Bedingungen.


FOTO: COPTER-PICTURE-CREW/GRAW

Von Ulrich Müller-Heinck

Wilhelmshaven - Die Eigentümer der Südzentrale haben sich bereit erklärt, von einem Abriss des am Fuß der KW-Brücke gelegenen Industriedenkmals in den nächsten zwei Monaten Abstand zu nehmen. Dies sei das erfreuliche Ergebnis eines einvernehmlichen Gesprächs, dass Oberbürgermeister Andreas Wagner am Donnerstag mit den Vertretern der Eigentümer aus Ibbenbüren, Josef Brickwedde und Karl-Heinz Mucke, geführt habe. Das erklärte Wagner am Freitag gegenüber der „Wilhelmshavener Zeitung“.

Seine Gesprächspartner hätten dies allerdings an die Bedingung einer „abgestimmten Öffentlichkeitsarbeit“ zwischen Eigentümer, Stadt und Verein zur Erhaltung der Südzentrale geknüpft. Sie sähen sich sonst gezwungen, den Abriss voranzutreiben, da das Gebäude einsturzgefährdet sei und eine Gefahr für die unbefugten Besucher bestehe, die permanent dort angetroffen würden.

Der Abbruch sei laut Brickwedde eigentlich bereits in Auftrag gegeben. Davon abrücken könne man nur, wenn es ein notarielles Kaufangebot gebe, das den Vorstellungen der Eigentümer entspreche. Wenn die jetzt gestarteten gutachterlichen Aktivitäten zu einer Lösung pro Südzentrale führten, würde ihn das freuen, so Brickwedde. Die eingeräumte Frist von zwei Monten ist die Zeit, die das Hamburger Planungsbüro nach Einschätzung des Vereins zum Erhalt der Südzentrale braucht, um ein Nutzungskonzept zu erarbeiten.

Der Verein hat sich zwischenzeitlich entschieden, das Gutachten selbst und aus eigenen Mitteln (20.000 Euro) in Auftrag zu geben und auf eine städtische Ko-Finanzierung zu verzichten. Mit Hinweis auf die Haushaltssituation der Stadt machte Oberbürgermeister Wagner deutlich, dass ein Kauf der Südzentrale durch die Stadt „wohl nicht in Frage kommt“. Nach „vorsichtiger, aber nicht unrealistischer Schätzung“ wäre je nach Nutzung mit einer Summe von 20 bis 30 Millionen Euro für Kauf, Altlastensanierung, Instandsetzung und Inbetriebnahme zu rechnen. Wagner: „Dies muss man bei aller Freude und berechtigtem Optimismus für den Aufschub im Auge behalten.“