Wilhelmshaven

08.02.2016


Streit um Hafen-Kooperation


Niedersachsens Umweltminister Wenzel warnt vor hohen Risiken auf der Elbe. Übergroße Schiffe gehörten nach Wilhelmshaven.


Der Container-Riese hängt weiter auf der Elbe fest. Foto: dpa

Von Gerd Abeldt

Hamburg/Wilhelmshaven - Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat Konsequenzen aus der Havarie des Containerriesens „CSCL Indian Ocean“ in der Elbe gefordert. Er habe Verständnis für die Interessen der Wirtschaft. Aber es müsse dringend diskutiert werden, so Wenzel am Sonntag, wie vergleichbare Risiken in Zukunft vermieden werden können. Sollte sich eines der ultragroßen Containerschiffe quer in die Fahrrinne legen, sei der Hamburger Hafen blockiert.

Wenzel fordert eine norddeutsche Hafenkooperation. Übergroße Schiffsklassen, deren Manövrierfähigkeit gerade bei stärkeren Winden deutlich vermindert sei, gehörten in Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen, den JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Wenzel schließt sich damit der Forderung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) an, der nach der Havarie eine intensivere Hafenkooperation angemahnt hatte. Kritik erntete Lies dafür laut „Weser-Kurier“ von Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner. „Es ist ein eher peinliches Bemühen, mit dem Ausfall der Ruderanlage bei einem Großcontainerschiff Standortmarketing für Wilhelmshaven machen zu wollen“, wird Günthner zitiert. Ziel müsse es aber sein, alle Standorte an der Küste zu stärken und nicht Wilhelmshaven auf Kosten Hamburgs zu profilieren. Bremen ist mit Niedersachsen Eigentümer des JadeWeserPorts.