16.05.2018


Zeitarbeit führt nach wie vor zu Frust


Mit der Novelle des Zeitarbeitsgesetz ist keine Seite glücklich, am wenigsten Leiharbeitnehmer, die sich weiterhin benachteiligt sehen. Hilmar Müller ist einer von ihnen.


Nebeneinander -  und doch getrennt? Zeit- oder Leiharbeiter arbeiten oft genau wie ihre Kollegen, verdienen aber meist deutlich weniger.    DPA-Foto:    Sarbach

Nebeneinander - und doch getrennt? Zeit- oder Leiharbeiter arbeiten oft genau wie ihre Kollegen, verdienen aber meist deutlich weniger. DPA-Foto: Sarbach

 

Von Hartmut Siefken
Wilhelmshaven - Hilmar Müller aus Heppens ist frustriert und wütend. Zwei Jahre hat der ehemalige Binnenschiffer als Zeitarbeitnehmer bei einem Metallbetrieb in Varel gearbeitet. Als Staplerfahrer hatte er sich bewährt.

Als der Vertrag auslief und er hätte übernommen werden müssen, um auf dem Dauerarbeitsplatz weiterbeschäftigt werden zu können, wurde ihm stattdessen vor einigen Monaten der Stuhl vor die Tür gesetzt.

Man habe ihm einen Deal vorgeschlagen: „Der Entleihbetrieb bietet mir einen Vertrag an, den ich ablehnen sollte. Dann könnten sie mich über die Leiharbeitsfirma als Fräser weiterbeschäftigen, sagte man mir.“

Die Qualifikation als Fräser hatte er zwischenzeitlich auf eigene Initiative erworben. Die Kollegen hätten ihn gern behalten. Doch Vorgaben der Konzernleitung über die Besetzung der Abteilung ließen dies offensichtlich nicht zu.

Die Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma wäre zu schlechteren Konditionen erfolgt, was Müller nicht akzeptieren wollte. Gleiches Geld für gleiche Arbeit, zumal der Betrieb seit Monaten unter Vollauslastung fährt. Die beabsichtigte Schlechterstellung verletzte seinen Gerechtigkeitssinn.

Nach Müllers Einschätzung hat sich mit der Reform des Zeitarbeitsgesetzes, die am 1. April 2017 in Kraft getreten ist, längst nicht alles zum Besseren gewendet. „Eigentlich gilt der Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, und das gemäß dem geänderten Zeitarbeitsgesetz, das seit April 2017 in Kraft ist, ab dem 9. Monat.