13.06.2018


Wenn Konzert auf Karaoke trifft


Anfang des Jahres war das Rudelsingen wegen des Todes von Kurt Bröker abgesagt worden. Sein Sohn Simon rockt das Pumpwerk nun gemeinsam mit Musiker Felix Fleischmann.


Felix Fleischmann (links) an Bass und Drums sowie Simon Bröker an der E-Gitarre sorgen als neues Team für beste Stimmung beim Rudelsingen im Pumpwerk.  Foto:    Masch

Felix Fleischmann (links) an Bass und Drums sowie Simon Bröker an der E-Gitarre sorgen als neues Team für beste Stimmung beim Rudelsingen im Pumpwerk. Foto: Masch

 

Von Michael Halama

Wilhelmshaven - Aufstehen, Arme hoch, im Rhythmus der Musik klatschen - und lautstark mitsingen: Bei so manchem Konzert dauert es schon mal eine Weile, bis der Funke von der Bühne aufs Publikum überspringt.

Nicht so beim Rudelsingen. Kaum spielen Simon Bröker und Felix Fleischmann am Montagabend die ersten Riffs, gibt?s im Pumpwerk kein Halten mehr.

Rudelsingen ist wie eine Mischung aus Konzert, bei dem die Fans alle Songs mitsingen, und Karaoke-Bar. Damit jeder alles singen kann, werden die Texte nämlich auch hier auf eine Leinwand projiziert. Dennoch sind Schwierigkeiten bei komplizierteren Zeilen oder französischen Strophen deutlich herauszuhören; es wird schlicht leiser im Saal. Und beim Refrain fliegt dann wieder beinah das Dach weg.

David Rauterberg aus Münster gilt als Erfinder des Rudelsingens. Längst sind mehrere Teams in ganz Deutschland unterwegs, um mit den Leuten in vollen Sälen zu singen.

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Und zwischendurch wird es sentimental. Denn im Januar war plötzlich der Bremer Musiker und Rudelsingen-Teamleiter Kurt Bröker gestorben. Zur Erinnerung steht seine weiße Lieblings-E-Gitarre auf der Bühne, wie sein Sohn Simon erzählt - eine Fender „Stratocaster“. Gemeinsam singen alle „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd. „Genau sein Lied“, so Rauterberg. „Kurt wäre megastolz.“