13.08.2019


Wenn einen der Dosenöffner in die Verzweiflung treibt


In der Steinzeit gab es mehr Links- als Rechtshänder. Heute schreiben nur noch 25 Prozent der Weltbevölkerung mit links. Kinderärztin Dr. Daniela Neumann spricht am Linkshändertag über Umerziehung, Vererbbarkeit und Klischees.


Der Tag der Linkshänder findet seit 1976 am 13. August statt. In Deutschland sind rund zehn Prozent Linkshänder, weltweit sind es 25 Prozent.    DPA-Foto:     Sabrowsky

Der Tag der Linkshänder findet seit 1976 am 13. August statt. In Deutschland sind rund zehn Prozent Linkshänder, weltweit sind es 25 Prozent. DPA-Foto: Sabrowsky

 

Von Lisa Dean

Wilhelmshaven - Barack Obama, Angelina Jolie, Julia Roberts, Jimi Hendrix, Paul McCartney, Pablo Picasso - sie alle waren und sind es: Linkshänder. Im britischen Königshaus zieht es sich sogar durch drei Generationen: Bei Queen Elizabeth II, ihrem Sohn Prinz Charles und ihrem Enkel Prinz William dominiert die linke Hand.

Doch obwohl circa 25 Prozent der Weltbevölkerung und eben auch viele berühmte Persönlichkeiten Linkshänder sind, wurden sie lange Zeit diskriminiert. Die linke Hand galt als das „böse Händchen“. In der Schule wurden sie bis in die 70er Jahre auf die rechte Hand umerzogen. Doch was hatte das für Folgen? Sind Linkshänder wirklich kreativer? Und ist die Händigkeit genetisch vererbbar?

Über diese Fragen hat die WZ zum heutigen Weltlinkshändertag mit Oberärztin Dr. Daniela Neumann gesprochen. Sie ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Neuropädiaterin - also Spezialistin für Neurologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter - am Klinikum Wilhelmshaven.

Der Internationale Linkshändertag, der 13. August, wurde 1976 von dem Amerikaner Dean R. Campbell ins Leben gerufen. Doch warum sollte man Kinder nicht umerziehen? Was hat auch das Gehirn damit zu tun, welche Hand wir benutzen?

In der Forschung geht man davon aus, dass es im Gehirn starke Durchwachsungen gibt, dass die Hemisphären, also die beiden Hälften des Gehirns, sich die Funktionen in irgendeiner Form aufteilen. Schult man die Kinder um, sind Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten die Folge. Auch motorische Defizite, so bei der Feinmotorik, treten dann auf, etwa beim Malen von Kreisen oder dem liniengenauen Ausschneiden, erklärt Dr. Neumann. „Man meint, dass dann die falsche Region mit dem Input belastet wird.“ Die Region, die eigentlich ausgesucht wurde, wird nicht mit einbezogen und die andere wird somit fehlbelastet. Denn auch wenn man den Menschen umerzieht, bleibt trotzdem die andere Hirnhälfte die führende. „Da gibt es keinen Switch“, macht Neumann klar.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Dienstag, 13. August 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.