04.09.2017


"Spamalot" im Stadttheater: Ein fulminantes Fest für die Sinne


Die Schauspieler sind in ihren Rollen bestens aufgehoben. Mitreißende Lieder, tolle Kostüme und feinsinniger Humor machen die Inszenierung von Marie Helene Anschütz zu einem Genuss.


König Artus (Julius Bornmann) und die Fee aus dem See (Jördis Wölk), die den Rittern der Kokosnuss den Gral präsentiert. Foto: Volker Beinhorn/Landesbühne

Von Bettina Martin

Wilhelmshaven - Laut und stark ist die Landesbühne gemäß ihrem Spielzeitmotto in die neue Theatersaison gestartet. Und die Eröffnungspremiere von Monty Pythons Interpretation der Artus-Sage „Spamalot“ kann sich sehen lassen.

Regisseurin Marie Helene Anschütz hat einen feinen Reigen aus Tanz, Musik und Komik kreiert, der dem Publikum den Abend versüßt und wohl dem einen oder anderen einen Ohrwurm beschert hat. Spätestens nach der vom Publikum geforderten Zugabe von „Always look on the bright side of life“.

Freunde von „Das Leben des Brian“ und vor allem „Die Ritter der Kokosnuss“ werden voll auf ihre Kosten kommen. Dem Ensemble gelingt es bestens, den feinsinnigen, absurden, manchmal derben Humor der Komiker in der Inszenierung von Marie Helene Anschütz umzusetzen.

Zum Beispiel, wenn Patsy, der Gehilfe von König Artus, das machtvolle „Schweigt!“ seines Herrn mit dem wohl eher in Grundschulkreisen bekannten Schweigefuchs untermauert.

Die Inszenierung ist voller popkultureller Anleihen. Sei es bei Wonder Woman, Helene Fischer oder einem Darth Vader alias Sir „Ich-glaub-ich-bin-im-falschen-Stück“. Und Gott erweist sich hier als Frau - als Stimme aus dem Off in Form der deutschen Synchronsprecherin von Schauspielerin Sarah Jessica Parker, die die Hauptfigur Carry in der beliebten Serie „Sex and the City“ spielt. So wird die von Gott aufgetragene Gralssuche zur Bewährungsprobe für Artus und seine Ritter.